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Artikel, die mit ‘Kronenzeitung’ beschlagwortet sind.
03. Aug 2010

Meischbergers Tagebuch: “Mir fällt das Brot aus dem Mund”

Walter Meischbergers Tagebuch wurde beschlagnahmt. Es liegt dem Falter vor. Der FPÖ- Lobbyist berichtet über seine Geheimtreffen mit Karl-Heinz Grasser, über die angeblich an Haider-Leute überwiesenen Millionen von Saddam und Gaddafi sowie über einen mysteriösen Todesfall vor der Wiener Gaddafi-Villa

Das sichergestellte Beweisstück, so vermerkt das Hausdurchsuchungsprotokoll, ist „21 x 13 cm“ groß und schwarz. Es handelt sich um ein Notizbüchlein der Marke „Moleskine Plain Notebook, blanko“, wie der zuständige Chefinspektor vermerkt.

Das Tagebuch wurde am 10. Februar 2010 in einer Villa in Wien-Döbling sichergestellt. Die Villa und auch das Büchlein gehören dem Lobbyisten Walter Meischberger, dem engsten Freund, Berater und Trauzeugen Karl-Heinz Grassers. Der ehemalige FP-General zeigte sich an, weil er zehn Millionen Euro Provision aus dem Buwog-Deal nicht versteuert hatte.

Der Chefinspektor steckte das Buch in einen Plastiksack und kopierte die vollgeschriebenen Seiten. Dann tippte er jene Passagen ab, die nichts mit Meischbergers Privatleben zu tun haben, und fertigte einen Bericht an. Darüber steht: „Abschrift der relevanten Passagen in Hinblick auf Korruption“.

Walter Meischbergers Tagebuch liegt also seit Monaten bei der Staatsanwaltschaft. Die Ankläger, aber wohl auch der Nationalrat haben nun eine für diese Republik eminent wichtige Frage zu klären: Handelt es sich bei den Aufzeichnungen in dem Moleskine-Büchlein auch nur ansatzweise um die Wahrheit?

Dann wird Österreich, Mehr…

07. Mai 2009

Fall Omofuma: Der Todesflug und seine Lektion

Vor 10 Jahren erstickte der “Schübling” Marcus Omofuma: Was wir aus dem Skandal heute noch lernen können (für Falter)
Experiment.jpegEs war ein regnerischer Tag in Utrecht. In einem dieser holländischen Backsteinbauten gewährte eine Gruppe von Tanzlehrern bei Kaffee und Kuchen dem Falter ihr erstes Interview. Diese weltoffenen, selbstkritischen Menschen waren nicht nur entsetzt über das, was sie gesehen hatten, sondern auch über ihr eigenes Verhalten, ihre Untertänigkeit gegenüber Autoritäten.
Der Besuch bei dreien jener Passagiere, die den Erstickungstod des nigerianischen Schubhäftlings Marcus Omofuma im Flugzeug der Balkan Air aus nächster Nähe miterlebt hatten, liegt nun zehn Jahre zurück. In einem mehrstündigen Interview ging es damals um eine Facette dieses Menschenrechtsskandals, die bis heute nicht ausreichend thematisiert wurde: Warum hatte kein einziger Passagier im Flugzeug lautstark protestiert, als ein wie eine Mumie bandagierter Mensch erstickte? Wieso trat niemand den drei Fremdenpolizisten entgegen, als sie den “Schübling”, wie der damals amtierende Polizeipräsident Peter Stiedl Omofuma nach dessen Tod nannte, mit Paketschnüren an seinen Sitz banden, sein Gesicht mit Leukoplast umwickelten und den Passagieren versicherten, all das entspreche den Gesetzen?
Die Holländer flogen mit einer Kindergruppe zu einem Tanzfestival nach Sofia, als sie Omofuma sterben sahen. Er habe geseufzt, erinnerten sich die Passagiere, gewimmert, die Augen verdreht und “gegrunzt”.
Aus einem Afrikaner,

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25. Sep 2008

Onkel Hans greift ein

Österreichs mächtigster Verleger nutzt den Wahlkampf zu einer Kampagne gegen die EU (für die Hamburger ZEIT 40/08)
Gerne zeigte er sich auf der Terrasse des Landtmann, dem noblen Café im Schatten des Burgtheaters. Mit seiner silbernen Limousine ließ er sich wie ein Staatsmann vorfahren. Hier, wo die Wiener Gesellschaft morgens ihr Kipferl in die Melange taucht, da nickten die Kellner ehrfürchtig, wenn er auf einen Gugelhupf vorbeikam. Gäste blickten über den Rand ihrer Zeitung, sie wollten sehen, mit wem er sich hier wohl trifft. „Schau“, hörte man sie murmeln, „der Dichand!“.
Hans Dichand, Herausgeber der Kronenzeitung, ist der mächtigste Mann Österreichs: 3,8 Millionen Menschen lesen sein Blatt, dabei

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28. Mai 2008

Das Mädchen und die Meute

Wie der Fall Kampusch die Republik verändern könnte – wenn die Politik das will
(für Falter)
Wie es Natascha Kampusch geht? Müssen wir das wissen? Eigentlich nicht. Wir wissen schon genug, und das, was wir nicht wissen wollen, berichtet täglich der Boulevard. Man könnte Natascha Kampusch in Frieden lassen. Doch jetzt hat sie, wie sie selbst sagt, die „Seiten gewechselt“ – am Sonntag startet ihre eigene Talkshow auf Puls 4. Sie hat die Medien vor allem als eine Meute erlebt und wird nun selbst zur Journalistin. Sie wird Niki Lauda und andere prominente Österreicher interviewen. Kampusch will Teil der österreichischen Fernsehfamilie werden.
Warum sie das tut? Die Antwort ist einfach. Natascha Kampusch will arbeiten, sie will Geld verdienen, vielleicht versucht sie auch, ihrer Opferrolle zu entkommen. Jetzt will sie tun, was alle tun: einen Beruf erlernen, ihr Leben neu gestalten.
Doch Natascha Kampusch ist keine normale Bürgerin.

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06. Mai 2008

Mit dem Schlimmsten rechnen

Die Polizei schoss auf die drei falschen Polizisten – Politiker und Boulevard zeigen Verständnis. Vertrauliche Ermittlungsakten der BIA zeichnen hingegen ein verstörendes Bild.
Der Innenminister tat, was Österreichs Innenminister in solchen Fällen stets tun. Er gab sich stolz und empört zugleich – natürlich in der Krone. Niemand, so erklärte Günter Platter vergangene Woche, dürfe die Arbeit der Polizei „anzweifeln“ oder sie gar „in den Dreck ziehen“. Die niederösterreichischen Kriminalisten hätten vorvergangenes Wochenende schließlich eine rumänische Räuberbande gestellt – unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Einen Orden forderte BZÖ-Politiker Peter Westenthaler für die Cops. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll meinte gar, der Todesfall auf der Schwechater Bundesstraße sei ein „Signal über Österreich hinaus, das besagt, wer in Niederösterreich etwas anstellt, der muss auch mit dem Schlimmsten rechnen“. Die Krone titelte: „Welle der Empörung über Polizisten-Hatz!“ So ähnlich tat sie es auch in den Fällen der verstorbenen Afrikaner Marcus Omofuma und Cheibani Wague (siehe Kasten).

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12. Okt 2006

Nochmal Krone-Blog

Das schönste Zitat des Tages liefert einmal mehr das Krone Blog.

“Viele sagen eigentlich, die Kronen Zeitung ist besser als die Kirchenzeitung. Weil die Kronen Zeitung eigentlich interessanterweise nicht diesen vielen Verwirrungen folgt. Sie ist etwas einfacher, vernünftiger, aber auch in vielem christlicher als unsere eigene Presse.”

Altbischof Kurt Krenn