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04. Feb 2009

“Die Grünen haben Angst vor mir”

Der Europäer Johannes Voggenhuber verlässt die Grünen im Streit. Ein letztes Interview.
(mit Nina Horaczek für den Falter)
Johannes Voggenhuber hat es noch einmal versucht. Es reichte nicht. Nachdem Grünen-Chefin Eva Glawischnig und ihre Verbündeten den Europaparlamentarier nicht mehr als Spitzenkandidat der EU-Wahl aufstellen wollten, versuchte er es an 42. Stelle der Kandidatenliste. Mit Vorzugsstimmen, so hoffte Voggenhuber, könnte er die neue Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek doch noch vom ersten Platz stoßen – und zwar auf demokratische Art.
Das Kalkül ging nicht auf. Die grüne Spitze verweigerte dem umtriebigen Politiker am Wochenende die Kandidatur.
Die Reaktionen sind erstaunlich. In Onlineforen gibt es hunderte Postings. Voggenhuber wird von den Medien umlagert. Ein ORF-Team begleitet ihn sogar ins Café Prückl zum Falter-Interview. Am Nebentisch sitzt zufällig der Philosoph Franz Schuh, der Voggenhubers Abgang nicht goutiert. Als er Voggenhuber sieht, fragt Schuh besorgt: „Kann man helfen?“
Herr Voggenhuber, sind Sie ein erlegter Silberrücken?
Johannes Voggenhuber: Das ist ein sexistischer Ausdruck.
Ein Silberrücken ist ein ausgewachsenes Gorilla-Alphamännchen.Ein männlicher Parteikollege bezeichnete sie so.
Voggenhuber: Selbst wenn ein sexistisches Wort wie „Silberrücken“ von Männern gebraucht wird, ist eine Grenze überschritten. Michaela Sburny, unsere Bundesgeschäftsführerin, wurde gefragt, ob ich Zweifel an der Qualifikation der neuen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek habe, und sie sagte darauf: „Na, er ist halt ein Mann.“ Hätte ich gesagt: „Na, die ist halt eine Frau“, dann wäre der Teufel los gewesen. Ich bin da in einen Geschlechterkampf hineingeraten, auf den ich überhaupt nicht gefasst war.
Es waren also grüne Frauen, die Sie „erlegt“ haben?
Voggenhuber: Das hat sicherlich eine Rolle gespielt. Es waren ja nicht nur Männer in meinem Alter, sondern auch viele junge, die für mich auf die Barrikaden gestiegen sind.

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