Nachher sind nur manche klüger
Die Einvernahme von Frank-Walter Steinmeier zeigt:
Der BND-Untersuchungsausschuss ist besser als sein Ruf
(für DIE ZEIT)
Sechs Stunden dauerte die Anhörung. Doch schon nach der Hälfte der Befragung hatte Frank-Walter Steinmeier lässig sein Sakko ausgezogen, für einen Augenblick die Hände hinter dem Nacken verschränkt und in die untergehende Frühlingssonne geblickt, die durch die Scheiben in den Anhörungssaal 3.101 des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin schien. Draußen auf der Spreebiege schipperten die Schubleichter vorbei, als der Außenminister zu Wolfgang Neskovic, dem Richter und Abgeordneten der Linkspartei, blickte. Kram nur in den Akten!, mag Steinmeier sich da gedacht haben. Vergeblich buddelte Neskovic in einem Berg von Dokumenten, um sie Steinmeier vorzuhalten. Aber da fiepte schon die Eieruhr des Vorsitzenden. Und wieder war die kurze Redezeit der Opposition um.
Frank-Walter Steinmeier verließ vergangene Woche den BND-Untersuchungsausschuss als Sieger. Wie das gelang?


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