Die Frauen im Feuer
Ihr Begräbnis fand am Friedhof der Weinviertler Kleinstadt Asparn an der Zaya statt. Nur der Pfarrer und der Bürgermeister begleiteten den Sarg. In fünf Minuten war die Einsegnung beendet, ein streunender Hund bewachte das offene Armengrab. Da lag sie nun, „Katerina Vavrova, 1984–2007“, verkohlt, die Hände abgehackt. Ein Bauer hatte die Straßenprostituierte auf einem Bahndamm gefunden. Das nächtliche Feuer hatte niemand gesehen.
Der Mord an Katerina Vavrova wäre in Vergessenheit geraten, wenn Arbeiter im 25 Kilometer entfernten Hohenruppersdorf kürzlich nicht wieder eine Leiche gefunden hätten. Im Schatten von Windrädern und hinter dem Rücken eines steinernen Herrgotts lag in den Weingärten erneut der Leichnam einer verkohlten Frau. Ihr Schädel war eingeschlagen, der Körper mit Benzin überschüttet worden. Die Prostituierte hieß Petya Filkova und wurde 24 Jahre alt. Sie kam aus der bulgarischen Kleinstadt Plewen und hinterlässt zwei Kinder.
In ein Auto gelockt, erschlagen und verbrannt. Die ähnliche Vorgangsweise lässt die Kriminalpolizei glauben, dass es sich um einen Serientäter handelt. Die Fahnder überprüfen nun noch weitere ungeklärte Morde. Im Jänner 2005 lag in der Nähe von Graz eine verkohlte Frau. Drei Jahre später entdeckten Wanderer eine mit Benzin übergossene Leiche bei Völkermarkt.
Nicht nur die brutale Gewalt der Freier, auch jene der Zuhälter beschäftigt dieser Tage die Polizei. Eine Rumänin wurde kürzlich in Favoriten mit Benzin übergossen und angezündet. Auf der Linzer Straße wollte die Frau anschaffen, ohne Schutzgeld abzuliefern. Entstellt liegt sie auf der Intensivstation.
All diese Fälle haben eines gemeinsam: Sie füllen kurz die Zeitungen und sind bald wieder vergessen. Dabei sollten die Verbrechen Wiens Stadtpolitiker aufrütteln. SPÖ-Stadträtin Sandra Frauenberger verkündete kürzlich, das Prostitutionswesen neu regeln zu wollen. Neben sinnvollen Maßnahmen, etwa dem Ausbau der Sozialarbeit, der Legalisierung von Bordellen und der Abschaffung der Sittenwidrigkeit von Sexdienstleistungen, ist auch die Verlegung des Straßenstrichs in dunkle Straßenzüge geplant. Hinter dem technischen Museum und auf einem Abschnitt an der Linken Wienzeile sollen die Prostituierten künftig stehen.
Schon jetzt prophezeien Experten, dass Frauen wie Katerina Vavrova und Petya Filkova noch öfter in den Autos perverser Freier und in den Fängen rivalisierender Zuhälter landen könnten. Das Milieu habe sich seit dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens verändert. Es wurde ärmer, brutaler, verschwiegener, billiger und kranker.
Rotlichtfahnder, Sozialarbeiter, Rathaus-Experten und nicht zuletzt die verängstigten Prostituierten attestieren eine Brutalisierung am Straßenstrich. Sie erzählen von Revierkämpfen der Zuhälter, die sogar mit Äxten aufeinander losgehen. Auch von einer unverantwortlichen Repression der uniformierten Polizei ist die Rede. Im Visier der Exekutive stehen jedoch nicht ungemütliche Freier oder grausame Strizzis, sondern die Frauen.
Katerina Vavrova und Petya Filkova: Unter welchen Bedingungen arbeiteten sie? Erzählen die an ihnen begangenen Verbrechen auch etwas über die Prostitutionspolitik dieser Stadt? Welche Fakten müssen Freier kennen, welche Fragen müssen sie stellen?
Wenn man den Kriminalbeamten Albert Lager von der Wiener Prostitutionsgruppe dazu befragt, dann klickt der Zigarillo-Kettenraucher auf seinem Dienstcomputer Fotos herbei und sagt: „Schauen Sie sich das einmal an.“
Lager zeigt zunächst Bilder von Quartieren von nach Österreich geschleppten Prostituierten am Lerchenfelder Gürtel, Bettgeher-Elend am Beginn des 21. Jahrhunderts. Mit Kindern, Großeltern und Cousins leben sie bedrängt bei Wucherzins. Die Studenten in den gegenüberliegenden Gürtelbögencafés ahnen nichts von den Zuständen auf der anderen Straßenseite.
Lager klickt ein weiteres Bild herbei. Man sieht darauf eine blonde Frau, deren Kopfhaut an einigen Stellen weiße Flecken aufweist. Die abgebrühten Kriminalisten in Lagers verrauchtem Dienstzimmer in der Berggasse werden plötzlich ganz still, sie unterbrechen ihre Schnurren über alte Strizzis, „die im Wolfspelzmantel in US-Schlitten“ über den Gürtel rollten.
„Polenparty, Wodka und gemma Vollgas“, sagt Polizist Lager. Ein Zuhälter hatte dem Mädchen die Haare ausgerissen und sie danach so verdroschen, dass ein Auge der Frau hinter blutigen Schwellungen versunken war. Lager sagt: „Das Mädchen hatte weniger als 50 Euro abgeliefert.“
Ist der Fall repräsentativ für die Lage der Straßenhuren? Lagers Leute wissen es nicht, aber sie sprechen von einer „Gewaltkulisse“, vor der die Frauen arbeiten. Sie funktioniere mal brutal, mal subtil. Wer aussteigen will, der wird auf den Websites von Bordellen mit vollem Namen ausgestellt. In den Heimatdörfern der Frauen bedeutet das den sozialen Tod.
Eine europaweit durchgeführte Studie der London School of Hygiene & Tropical Medicine versuchte zu erfassen, wie es um die Lage vieler osteuropäischer Prostituierten wirklich steht. Die Forscher interviewten Polizisten, Richter, Sozialarbeiter und Prostituierte. Alle befragten Frauen, so heißt es in der Studie, „gaben an, zu sexuellen Praktiken gezwungen worden zu sein“. Sie berichteten von Gruppenvergewaltigungen, klagten über Knochenbrüche, Bewusstlosigkeit, Geschlechtskrankheiten, über bleibende Schäden nach Abtreibungen.
Mehr als 700 Verfahren werden auch in Wien wegen Menschenhandels und Zuhälterei pro Jahr eingeleitet, aber nur jeder siebente Fall endete mit einer Verurteilung. Eingeschüchtert durch Zuhälter, stigmatisiert durch Behörden, kriminalisiert durch veraltete Polizeigesetze wagen es nur wenige Opfer, sich spezialisierten Fahndern anzuvertrauen.
Auch Katerina Vavrova hatte wohl kein großes Vertrauen zur Exekutive. Immer wenn er Vavrova antraf, so erinnert sich ein Kriminalist heute, sagte sie: „Muss ich wieder Strafe zahlen?“ Ja, das musste sie immer wieder. So wie alle Huren im Stuwerviertel. Denn die Gegend wurde von der Stadt zur Sperrzone erklärt. Die Prostitution ist hier sogar in den Bars verboten. Strafbar machen sich allerdings nicht die Freier, sondern die Frauen.
Für Katerina Vavrova hatte diese Gesetzgebung weitreichende Konsequenzen. Sie arbeitete ja zunächst in einem Stundenhotel in der Stuwerstraße. Dort saß sie im Eingangsbereich, putschte sich mit Red Bull und konnte bei Bedarf für ein paar Euro ein Zimmer mieten und im Ernstfall den Hotelbetreiber zu Hilfe rufen. Genervte Anrainer aber hatten die Prostituierten, darunter auch Vavrova, gefilmt und die Polizei alarmiert. Das Stundenhotel wurde geschlossen.
So wich Vavrova auf den unbeleuchteten Straßenstrich beim Prater aus. Statt in sicheren Stundenhotels müssen die Prostituierten dort in Gebüschen oder in den Autos der Freier arbeiten.
Und Petya Filkova, die zweite Tote? Auch sie war als Prostituierte gemeldet und arbeitete dennoch illegal in Fünfhaus, wo Straßenprostitution de facto verboten ist. Dort gibt es zwar Stundenhotels, aber es wimmelt auch vor Zuhältern, die den Mädchen enorme Standgebühren abpressen.
Vermutlich kam auch Filkova unter massiven finanziellen Druck, zumindest vermuten das ihre Kolleginnen. „Wir berichteten ihr von einem Perversen, der ein Mädchen bis Purkersdorf entführte. Ein anderes Mädchen musste aus einem davonrasenden Auto springen“, erinnert sich eine Prostituierte. Doch sie stieg weiter zu den Fremden ins Auto.
Und wer sind die „Strizzis“? Während Inspektor Lager in der Berggasse sein Interview gibt, werden gerade zwei Stiernacken in ein Verhörzimmer geführt. Federnden Schrittes und mit Trainingsanzügen wirken sie wie Schwergewichtsboxer.
Es sind erstaunlich viele Roma, die nun den Strich kontrollieren, so die Beobachtung der Fahnder. Mit den alten Wiener Zuhältern, die ihren Mädchen auch mal Pelze schenkten, hätten die nichts mehr zu tun. Lager sagt: „Manche fahren mit ihren Cousinen oder Töchtern her, die schminken sich im Auto, holen Gummis aus dem Kofferraum, warten bis fünf Uhr früh, verschwinden kurz und reichen das Geld sofort an den Aufpasser, der es im nächsten Wettcafé verspielt.“
Lager zieht eine Liste mit den registrierten Prostituierten aus der Schublade. Nur noch 186 Österreicherinnen sind in Wien als Prostituierte gemeldet. Ihnen stehen 620 Ungarinnen, 500 Rumäninnen, 200 Bulgarinnen, 160 Slowakinnen gegenüber. Und das sind nur die legal gemeldeten Sexarbeiterinnen. Lager sagt: „Es wimmelt auf der Straße. Wir bräuchten so dringend die Aussagen dieser Mädchen, um gegen die Hintermänner ermitteln zu können.“
Lager spricht hier einen rechtlichen Misstand an. Auf das Rotlicht spezialisierte Kriminalbeamte, Schnellrichter des Magistrats und uniformierte Streifenpolizisten ziehen nicht am gleichen Strang. So entsteht die paradoxe Situation, dass Frauen als „Illegale“ verwaltungsrechtlich hart bestraft und auch eingesperrt werden, gleichzeitig aber für die Justiz als Zeuginnen in großen Prozessen gegen das organisierte Verbrechen dienen sollen. „Wir können die Mädels nicht einsperren und dann erwarten, dass sie sich uns anvertrauen“, sagt Inspektor Lager. Deshalb schloss das Innenministerium Kooperationen mit NGOs – in Wien ist das vor allen der Frauen-Hilfsverein Lefö –, die Ersatzwohnungen, psychische und psychologische Betreuung und vor allem Ruhe und Legalität organisieren. „Wir haben hier einiges dazugelernt“, bekennt Lager.
Von der Stadt Wien kann man das nicht behaupten. Ein Besuch im STD-Ambulatorium der MA 15, der Spezialeinrichtung für sexuell übertragbare Krankheiten, zeigt es. Rund 2500 registrierte Prostituierte müssen einmal die Woche hierher zum Thomas-Klestil-Platz in Erdberg zur Untersuchung. Nur dann erhalten sie die grüne Kontrollkarte, den „Deckel“.
Hier sollte die Stadt psychologische Beratung anbieten, hier könnten Schutzräume eingerichtet, Frauenärzte beschäftigt und Opfern von Sozialarbeitern geholfen werden. Entsprechende Wünsche haben Frauen im Rahmen einer Erhebung bereits im Jahr 1999 geäußert.
Doch die Ressourcen und baulichen Gegebenheiten der Ambulanz sind unzureichend. Hunderte Prostituierte müssen hier jeden Morgen stundenlang in aller Früh am Schalter warten und sich von Passanten angaffen lassen. Sie schlürfen Kaffee, wirken völlig übermüdet.
Die demütigende Warterei kann man den Ärztinnen und Sozialarbeiterinnen nicht vorwerfen. Sie sind einfach zu wenige: Auf rund 2500 Frauen, die wöchentlich zu erscheinen haben, kommen nur sieben Ärztinnen.
Noch etwas fällt hier auf: Viele Frauen werden hier nicht nur von der Stadt inspiziert, sondern auch von den Zuhältern, die vor dem Ambualtorium in Limousinen warten. Wer die Schnirchgasse entlangspaziert, der könnte das Gefühl bekommen, die Zuhälterei sei straflos in Wien. All das schreit nach Reform. Das weiß auch die Sozialwissenschafterin Elisabeth Jarolim, eine Pionierin der Straßensozialarbeit in dieser Stadt, die nur unter Aufsicht ihrer Pressesprecherin sprechen darf. Immer wieder und wieder muss sie hinnehmen, dass ihre Aufpasserin das Gespräch unterbricht oder Fragen als „politisch“ ablehnt.
Dabei hätte Frau Jarolim der Öffentlichkeit wohl einiges zu sagen – nicht nur was das entwürdigende Gedränge in der Kontrollstelle anbelangt. Seit 16 Jahren hilft sie den Frauen am Strich. Sie kannte die beiden ermordeten Frauen, und es waren nicht ihre ersten Klientinnen, die grausam ermordet wurden. Eine von mir betreute Frau, erinnert sich Jarolim, lag zerstückelt in der Mülltonne. „Sie wollte nur noch die Kinderzimmereinrichtung für ihren Sohn verdienen.“
Natürlich sind diese Bluttaten Einzelfälle. Aber sie haben Jarolim gelehrt, genau hinzuhören, wenn Mädchen besonders schüchtern wirken, genau zu beobachten, wenn Türsteher aggressiv reagieren. „Immer wieder befreien wir Zwangsprostituierte“, sagt Jarolim stolz. Vor einiger Zeit wurden 26 Ungarinnen gerettet. Sie hatten 50 meldepflichtige Krankheiten.
Jarolim erzählt, dass neben der Gewalt vor allem die Gesundheit die größte Herausforderung sei. Längst ausgestorben geglaubte Krankheiten, etwa die als Lustseuche bekannte Syphilis, seien wieder in die Stadt zurückgekehrt. Sie sei leicht zu behandeln, schwer zu erkennen, für Neugeborene aber meist mit schweren Schäden verbunden.
Die Fotos des Kriminalbeamten Lager, die Berichte von Sozialarbeiterin Jarolim, die Überforderung der städtischen Einrichtungen, die Nöte der Roma-Mädchen, die verbrannten Frauen: All das müsste doch dazu führen, dass die Prostituierten unter dem besonderen Schutz der Politik stehen, dass die Bürokratie aufhört, sie wie Kriminelle abzustrafen, nur weil sie an der falschen Straßenecke stehen.
Eva van Rahden hofft das zumindest. Die Leiterin der Prostituierten-Beratungsstelle Sophie, einer Einrichtung der Volkshilfe, wird sich künftig im Auftrag der Stadt auch um die Sorgen von Anrainern kümmern und zwischen Behörden und Frauen „Vertrauen aufbauen“, wie es offiziell heißt.
Leicht wird das nicht, denn die Verlagerung des Straßenstriches in dunklere Gefilde geht wohl mit einer „Säuberung“ der heutigen Standplätze einher, so die Befürchtung. Bis zu 300 Euro, so van Rahden, kassieren Polizeistreifen dieser Tage von Prostituierten, die sich auf der Mariahilfer Straße herumtreiben: „Eine Mandantin hat insgesamt 30.000 Euro zu bezahlen.“ Der Staat kassiert wie ein Zuhälter.
Auch van Rahden kannte die ermordete Katerina Vavrova. Sie kam hierher in das Büro in der Oelweingasse in Rudolfsheim. Sozialarbeiter halfen mit Steuererklärungen oder beim Verfassen von Berufungen.
Van Rahden sagt, einer der Gründe für das Elend auf der Straße sei wohl auch von den Richtern des Obersten Gerichtshofes zu verantworten. Noch immer fänden die Hofräte in ihren Urteilen keine richtigen Worte für das Sexbusiness.
Der zu versteuernde Gewinn der Prostituierten gelte als „Schandlohn“, ihre Verträge mit Freiern als „sittenwidrig“. Die Frauen können ihre Honorare nicht einklagen, Bordellbetreiber dürfen sie nicht als Prostituierte anstellen. Der Zuhälterei und der Ausbeutung, sagt van Rahden, „ist Tür und Tor geöffnet“.
Damit man die Lage besser versteht, führt van Rahden nun in ein Stundenhotel, das hier nicht genannt sein soll, „weil sonst kommen die bulgarischen Strizzis“. Es ist eines dieser Etablissements, bei denen man an der Türe läuten muss, ehe sich diese mit leisem Klicken öffnet. Die Zimmer riechen nach kaltem Rauch und süßem Parfum. Hier kommen die Huren von der Straße mit ihren Freiern zur Sache. Hier kleiden sie sich um. Hier können sie duschen.
„Das Geschäft ist miserabel, ich vertreibe mir die Zeit mit Rätselheften“, sagt die vom Nachtleben geeichte Hotelbetreiberin, die man als Puffmutter bezeichnen könnte, wenn ihr Hotel und die angeschlossene Rotlichtbar endlich als Puff legalisiert wäre. Aber so muss man die Dame mit der rauen Stimme wohl als Barfrau ansprechen. Wäre sie eine Hausmeisterin, der Bürgermeister würde wohl für ihren Job kämpfen. Denn sie sorgt hier für Sicherheit.
Früher, klagt die Barfrau, habe hier das pralle Leben geherrscht. Die Mädchen hätten bis zu 300.000 Schilling verdient, es sei getanzt und zunächst „geredet“ worden. Erst dann seien die Frauen aufs Zimmer gegangen.
Und heute? „Den Analphabetinnen muss ich meinen Regenschirm leihen, ihre Zuhälter kaufen ihnen nur dünne Jackerln. Die Bulgarinnen zeigen mit den Fingern einen Spottpreis und die Freier handeln ihn auch noch herunter.“ Um 20 Euro wollen sie die schnelle Nummer, „früher hätte man dafür einen Piccolo-Sekt bekommen“. Die Freier seien gierig und geizig zugleich.
Die vergleichsweise sicheren Bars sind nun auch von der Wiener Stadtpolitik bedroht. Denn so wie im Stuwerviertel, wo Katerina Vavrova arbeitete, so wird auch hier, wo Petya Filkova arbeitete, bald aufgeräumt. Der Straßenstrich ist hier vor der Wienwahl ein Politikum. Die Frauen sollen sich in Gegenden verziehen, wo es keine hellhörigen Bardamen und keine beleuchteten Auslagen gibt.
Die Freier werden mit den Mädchen nicht mehr in die weit entfernten Hotels fahren, sondern sie ins Auto bitten. Oder ins Weinviertel verschleppen.
Sind Sie gierig? „Sie müssen sich das wie bei einem modernen Maler vorstellen“, sagt Walter Meischberger. Der schüttet ein Bild hin und kassiert dafür auch Millionen. „Für die Entwicklung seines Stils hat er sein ganzes Leben investiert.“
Das Wiener Hetztheater erlebt seine Renaissance. Diesmal werden Staatsanwälte von Politikern in der öffentlichen Arena des U-Ausschusses gejagt. Vergangene Woche versuchte Oberstaatsanwalt Werner Pleischl, das Treiben zu beenden. Er entzog Staatsanwalt Peter Kronawetter die Causa Westenthaler und beauftragte eine Staatsanwältin mit den Ermittlungen.

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