Das No-Go-Idyll

Viele fragen sich, ob sie nach dem Wahlerfolg der „Liste Haider“ noch Urlaub in Kärnten machen sollen. „Natürlich“, sagt Bürgermeister Suntinger aus dem Alpenidyll Großkirchheim. Hier gibt es keine Türken. (Für das Magazin der Süddeutschen Zeitung)


Suntingrt.pngDer Schnee liegt noch einen halben Meter hoch auf den Hängen des Mölltals. Wie mit Zuckerguss glaciert wirken die von der Witterung geschwärzten Höfe. Vor dem Schlosswirt beäugt eine ausgestopfte Gams die Gäste: Willkommen im Touristenidyll Großkirchheim. 1600 Einwohner, 8 Gasthöfe, 45.000 jährliche Nächtigungen verzeichnet Peter Suntinger hier am Fuße des Großglockners. „Unsere Besucher“, sagt der Kärntner Bergbauer, „finden bei uns die Wildnis, die Ruhe, die Berge“. Nur eines finden Sie hier nicht: Türken.

Suntinger, ein kerniger, misstrauischer Mann von 43 Jahren, gelernter Holzschnitzer, sitzt jetzt auf seiner Eckbank, Eiche rustikal, über ihm der Jesus. Wären auf dem Tisch nicht Aktenordner geschlichtet, man könnte fast glauben, er säße am Dorfstammtisch. Doch hier ist das Gemeindeamt von Großkirchheim und Peter Suntinger ist der Bürgermeister. Er erklärt jetzt seine „Bodenpolitik“.

Suntinger sagt: „Türken bekommen von uns keine Wohnung. Muslimische Kinder dürfen hier nicht zur Schule, selbst wenn sie österreichische Staatsbürger sind. Wenn Türken hier einen Grund kaufen wollen, dann kaufen wir den vorher weg.“

Man müsste solche Sprüche nicht weiter ernst nehmen, hier im hintersten Kärntner Tal. Wäre da nicht dieses enorme Wahlergebnis von Suntingers Partei, das weit über die Grenzen hinaus für Unverständnis sorgt. 45 Prozent gewann das von Jörg Haider aus der FPÖ gelöste „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ) bei der letzten Kärntner Landtagswahl im März. Das war mehr als Haider je erreichte.

45 Prozent, das ist noch gar nichts gegen den Erfolg, den Suntinger bei der zugleich abgehaltenen Bürgermeisterwahl verzeichnen konnte. Fast drei Viertel der Dorfbewohner kreuzten seinen Namen an. „Die Leute hier“, glaubt Suntinger, „haben meine Bodenpolitik bestätigt.“ Großkirchheim, dieses Dorf ehemaliger Goldgräber und Bergknappen, ist die Hochburg des rechtsnationalen BZÖ. So macht auch Suntinger Karriere. Als Landtagsabgeordneter zieht er jetzt ins Landesparlament im 150 Kilometer entfernten Klagenfurt ein.

Weil Haider-Erben wie Suntinger siegten, schrieben die Zeitungen vom Rechtsextremismus, der sich hier in Kärnten ausbreite. Europas „demokratiepolitischer Schandfleck“, sei dieses Bundesland. Verkommt dieses Urlaubsland – mit seinen 500.000 Einwohner so klein wie Düsseldorf – gar zum alpinen No-Go-Idyll?

Man könnte, um diese Frage zu beantworten, eine Wanderung auf die Saualm unternehmen. Es gibt dort keine kahlköpfigen Neonazis zu sehen, sondern Kärntner Realpolitik. Hoch oben, wo die Luft nach Nadelholz riecht, befindet sich am Ende eines schmalen Güterweges das „Sonderlager für kranke und kriminelle Flüchlinge“.

Jörg Haider hat die Unterkunft kurz vor seinem Tode erfunden. Tatverdächtige – nicht Verurteilte – sollten dort „konzentriert“ werden, wie es Stefan Petzner, Haiders „Lebensmensch“ einmal nannte. Das „gesunde Volksempfinden“, erklärte der heutige Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler wortwörtlich, wünsche das. Ganz Kärnten, so lautete die offizielle Wahlkampfparole des BZÖ, solle „tschetschenenfrei“ werden.

Auch Bürgermeister Suntinger gefällt dieses Lager und die dahinter stehende Denkweise. „Das ist das einzig Richtige“. Tschetschenen, sagt er, „können nur durch Sippenhaftung zur Rechtschaffenheit erzogen werden“. Man dürfe sie nicht in die Kärntner Gesellschaft aufnehmen.

Solche, von Jörg Haider geprägten Sprüche sind ein wichtiger Grund für die BZÖ-Erfolge im Wörtherseeland. Aber nicht nur Xenophobie und der Kult um ihn haben das BZÖ so beliebt gemacht. Fragt man Peter Suntinger nach dem Wahlerfolg, dann sagt er: „Von mir wird Volksnähe, Bescheidenheit und Härte vorgelebt“. Dann zückt er seinen Autoschlüssel und sagt: „Fahren wir eine Runde durchs Dorf.“

Suntinger startet seinen silbernen BMW X5. Er hat den schicken Wagen zwar erst vergangenes Frühjahr gekauft, doch der Tacho zeigt schon mehr als 70.000 Kilometer. Auch das symbolisiert sein Verständnis von Politik: „Ein Politiker muss bei den Menschen sein“, sagt er. Er muss Hilfe leisten, er muss Wohltaten verteilen, aber auch Leuten in Not schnell und unbürokratisch helfen – allerdings nur, wenn sie Kärntner sind.

In rollenden Regierungsbüros, staatlich finanzierten Autobussen, fahren Politiker des BZÖ hier bis ins letzte Tal, um Almosen zu reichen. Sie verteilen Bildungsschecks, Heizölschecks, Schulgeldschecks, Benzinschecks – auf jedem ist das Bild irgendeines BZÖ-Landesrats gedruckt. Aber nicht nur im Wahlkampf, sondern 365 Tage im Jahr, rollen die Busse. Im Winter verkauft die BZÖ-Regierung sogar billiges Brennholz an Kärntner Mindestrentner, denn, so werben sie „es wärmt die sozial Schwachen“. An manchen Tagen kann man hunderte Menschen vor dem Kärntner Landhaus stehen sehen. Sie kommen, um sich persönlich Geld abzuholen, das im Rahmen irgendeiner Sozialaktion nach Feudalherrenart überreicht wird.

Suntinger lenkt den Wagen die steilen Serpentinen hinauf. Da ist Dorfkirche aus dem Jahr 1538, die er jeden Sonntag besucht. Das ist das Marterl, dessen Heiligen Hubertus er selbst geschnitzt hat. „Und da drüben“, sagt Suntinger, „ist unser Friedhof.“ Die Toten werden mit Pferdekutschen gebracht.

Es ist ein Urlaubsidyll durch das er hier kurvt.

Aber nur auf den ersten Blick. „Da unten, sehen Sie den Hof?“, fragt Suntinger und deutet aus dem Fenster. „Fällt ihnen etwas auf?“ Das Haus steht einsam in der Wiese, keine Straße führt hin. Da nimmt Suntinger ein Trassiergerät aus dem Handschuhfach, ein Messgerät, mit dem man die Steilheit eines Hangs bestimmen kann. Er prüft, ob sich hier ein Güterweg anlegen lässt, den ein BZÖ-Politiker wieder eröffnen kann. „Nur keine falschen Versprechungen“, sagt er, „die Bauern merken sich das“. Jeder zweite Landwirt hier sei schon beim BZÖ.

„Wir Mölltaler“, sagt Suntinger, „leben gegen die Natur“. Die Wälder verschlingen die Wiesen, die Stürme blasen die Dächer weg, die Bäche drohen bei Hochwasser das Dorf zu verschlucken, die Hirsche fressen den Schutzwald. „Man sollte sie einfach ausrotten“, sagt Suntinger. Er klingt schon wieder so kompromisslos.

Suntinger war, wie viele BZÖ-Bauernfunktionäre, ursprünglich ein Mitglied der christlichsozialen ÖVP. Er ist das Kind armer Bergbauern. Die Mutter hatte ihn schon mit sechs Jahren allein auf die Alm geschickt, einen Wecker im Rucksack, damit er morgens nicht die Schule verschläft. Aufstehen, von der Alm runter ins Dorf, waschen, Schulgewand anziehen, in die Schule gehen, wieder heimlaufen, Ranzen runter, Hausaufgaben, Stallgewand anziehen, arbeiten. So war seine Jugend. Zu essen gab es nicht einmal Sterz, sondern nur „Mungn“, einen Brei aus gerösteter Gerste und Weizen. Mit Schmalz und warmem Wasser wurde er zubreitet. „Alle aßen aus einer Schüssel“, sagt Suntinger.

Die christlich-sozialen Dorfkaiser von Großkirchheim brachten dem jungen Bauern dennoch wenig Respekt entgegen. Er war ihnen zu rabiat, zu radikal, zu hart. „Haltet mir den fern“, flüsterte der alte Bürgermeister, ein Mitglied der Flakhelfer-Generation, als sich Suntinger einmal vorstellen wollte. Der radikale Suntinger, so heißt es hier, hätte bei ihm böse Erinnerungen an die letzten Tage des Krieges geweckt.

Und so kam Suntinger eben auf den Haider, der in den Neunzigern durch die Wirtshäuser zog, alte SS-Kameraden „anständig“ nannte und ihren Söhnen versicherte, dass es doch ihre Väter waren, die im Zweiten Weltkrieg für die Freiheit des Landes kämpften, als sie gegen die kommunistischen Partisanen kämpften. Die Partisanen – das ist hier das Synonym für die Kärntner Slowenen.

Solche Worte kamen gut an in einer Gesellschaft, die sich heute noch am Stammtisch die hässlichsten Kriegsgräuel erzählt. Schon in den Siebzigern hatten die, damals sozialistisch regierten, Kärntner zweisprachige Ortstafeln ausgerissen – und den Slowenen ihre Sprache in Schule und Kirche untersagt. Haiders Vorgänger, der rote Landesfürst Leopold Wagner prahlte sogar, er sei „stolz ein Hitlerjunge gewesen zu sein“.

Haider und Suntinger wurden Freunde, gemeinsam bestiegen sie sogar den Großglockner. Am 15. Februar 1992 war das. Suntinger erinnert sich genau an das Datum, so sehr hat es ihn geprägt. Dem Jörgl borgte er seine gewalkten Wollfäustlinge, als oben plötzlich ein Unwetter aufzog, „denn er hatte nur Handschuhe aus der Stadt, die bei der Kälte nichts taugen“. So bezwangen sie gemeinsam den Gipfel. Er, der verkannte Dorfrebell und der weltweit gefürchtete Doktor Haider. Sie saßen im Alpenglühen, „und wir haben miteinander alleine geredet“.

So rekrutierte Haider im ganzen Land seine Leute - vom glitzernden Wörthersee bis ins karge Mölltal. Haider, der den rotschwarzen Proporz abschaffen wollte, versprach seinen Getreuen Posten, Privilegien und Macht in seiner „Dritten Republik“. Karl-Heinz Grasser, der Sohn eines Autohändlers wurde Jet-Set Finanzminister. Haiders ehemaliger Tennislehrer ist heute Klagenfurter Bürgermeister. Sein 26jähriger Lebensmensch Stefan Petzner ist nun Nationalratsabgeordneter. Burschenschaftskameraden avancierten zu Ministern. „Kärnten“, sagt Suntinger, „wurde unter Haider zu einer großen Familie. Er war unser gütiger Vater.“ Man verzieh ihm alles.

Vielleicht erklärt das auch, wieso dieses Land dem Führerkult verfiel, als sich Haider nach dem Besuch einer Schwulenbar im Wodkarausch bei Tempo 180 im Ortsgebiet von Lambichl überschlug. Nicht nur in Großkirchheim flackerten damals rote Grablichter, ganz Klagenfurt war von tausenden Lichtern übersät. In den Schulen hatten Schüler in Gedenkminuten still zu halten, Fußballer sollten in schwarzen Dressen spielen. Im Klagenfurter Stadion versammelten sich die Leute und starrten auf die Anzeigetafel, wo Haiders Bild in die Nacht leuchtete. Nach seinem Tode wollte die Regierung sogar das Wrack mit Steuergeld kaufen.

Als Haider begraben wurde, war auch Peter Suntinger mit seinem BMW um fünf Uhr Früh aufgebrochen, um sich persönlich vor dem rosengeschmückten Sarg zu verneigen. Die Inszenierung dieses Begräbnisses erzählt viel über Kärnten. Eine beinahe militärisch organisierte, uniformierte Gesellschaft war da am Stadtplatz versammelt. Da stand der Block der schwarzen Bergknappen neben dem Block der Frauen mit Goldhauben, der Block der Burschenschafter neben den Kameradschaftsvereinen, Abwehrkämpfern, Gendarmen, Sanitätern und Rauchfangkehrer. Suntinger selbst trauerte im „Block der Bürgermeister“, er tröstete Frauen, die so bitterlich weinten, als wäre ihr eigener Vater verstorben. Vorne trugen Kirchenleute ihr Holzkreuz, Soldaten schlugen Trommelwirbel.

Es wirkte, als hätte hier jemand einen Heimatfilm der Nachkriegszeit inszeniert. Hier, inmitten des von Einwanderung und Krisen gebeutelten Europa, war eine Gemeinschaft versammelt, in der jeder seinen Platz hat. Nein, nicht jeder. „Das Recht, hier einen Kärntneranzug zu tragen, erwirbt man bei uns erst nach drei Generationen “, sagt Suntinger.

Gibt es eine kritische Öffentlichkeit in diesem Land? Ein paar wichtige Stimmen. Da wäre etwa der Kärntner Verleger Lojze Wieser, der hunderte Bücher von slowenischen Autoren herausgebracht hat und 1994 fast von einer Briefbombe zerfetzt worden wäre. Resignierend beklagt der streitbare Intellektuelle, in Österreich „einfach überhört“ zu werden.

Dann gibt den Anwalt Rudi Vouk, der sich immer wieder beim Schnellfahren in Dörfern erwischen lässt. Nur so kann der Kärntner Slowene vor dem Verfassungsgericht beklagen, dass die Ortstafeln (die formell die Geschwindigkeit auf 50 km/h beschränken) rechtswidrig, weil nur einsprachig sind.

„Zecken“, nennt Suntinger all jene, „das sind Zecken, die das Land solcherart schädigen.“ Kärnten müsse sie „abschütteln“. Die zwei bekannten Wiener Kabarettisten Dirk Stermann und Christoph Grissemann wissen, was dieses „Abschütteln“ bedeutet. Sie hatten es nicht nur gewagt, im ORF Späße über den Führerkult beim Haiderbegräbnis zu treiben. Sie trugen dabei auch noch Kärntneranzüge.

„Mit dem nassen Fetzen würden wir sie vertreiben, wenn sie hierher kämen“, sagt Suntinger. Niemand würde diesen Verrückten Zimmer vermieten. „Auf die Saualm! An die frische Luft!“ wollte ein BZÖ-Landesrat die beiden schicken.

Kurz darauf trafen die ersten anonymen Morddrohungen ein. Und der Manager der Komödianten hörte in jenen Tagen auf der Autobahn ein dumpfes Klackern im Radkasten. Alle vier Radmuttern, so beteuerte er vor der Polizei, seien gelockert worden.

Ein Mordanschlag? „Aber was!“, beruhigte Haiders Nachfolger, der Kärntner BZÖ-Landeshauptmann Gerhard Dörfler die Öffentlichkeit, „der Manager hat wohl die Winterreifen schlecht gewechselt.“ Hatte er nicht. Die Landesregierung forderte in einer offiziellen Resolution dann noch ein „Auftrittsverbot“ für die Komödianten. „Der Spaß“, sagte Dörfler, „muss seine Grenzen haben.“

Die setzt die Kärntner Regierung gerne selbst. Da gibt es etwa diese Fotos, die Dörfler im Fasching an den Brüsten von zwei Männern zeigen, die sich als „Negermamas“ verkleidet hatten. Über die „kakaobraune Milch“ stillender Afrikanerinnen hatte sich der höchste Repräsentant Kärntens öffentlich lustig gemacht – in Anwesenheit des farbigen Sängers Roberto Blanco. Rassismusvorwürfe konterte er vor der Presse, in dem er an den Brüsten der Faschingsnarren zuzelte. Konsequenzen hatte der Auftritt keine. Nichts hier hat Konsequenzen: weder die Saualm, weder der Hass gegen Muslime, noch die „Negerwitze“.

Suntinger fährt die Serpentinen runter ins Dorf. Er genießt es, den Besuch aus der fernen „Osthauptstadt Wien“, wie er es nennt, durch seine Welt zu führen. Er zeigt Kläranlagen, Sportplätze, Sozialwohnungen und Schulgebäude, die unter seiner Ägide „für uns Kärntner“ erbaut wurden. Er ist stolz. Und stolz blickt er wie von einem Hochstand herunter. „Sie sind kommunistischer Jude, oder?“, fragt Suntinger , als hätte er den Gast nun im Visier. „Schreiben Sie ja nicht, dass wir ein Nazidorf sind.“

Nein, es sind keine Neonazis, die hier regieren. Es ist ein rabiater Bauernsozialismus mit nationalem Antlitz, der hier den Rechtsstaat verludert und verlacht – zum Schaden jener, die nicht mitlachen können. Es sind fleißige Funktionäre wie Suntinger, die einen Keil in die Gesellschaft treiben. Sie stülpen ihr ein System über, gegen das sich niemand mehr wehren kann, schon gar nicht, wenn er hier etwas werden will. Darum verlieren auch bei den anderen Parteien engagierte Köpfe die Lust an Oppositionspolitik.

Suntinger ist wieder im Dorf angelangt. Beim Gemeindeamt blockiert ein falsch geparkter Wagen den Weg. „Der darf das“, sagt Suntinger, „das ist sein Heimatboden“. Dann stellt er den Motor ab, reicht die Hand zum Abschied und sagt: „Hier gilt unser Recht. Und sonst nichts.“

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Das Blog hier beschreibt so einiges was mich privat bewegt, nur einen Teil habe ich hier bisher ausgespart - Politik und Gesellschaft. Nachdem ich in letzter Zeit einige recht interessante Blogs gelesen haben die sich mit dem Thema beschäftigen, ... weiter lesen »

Kommentare

Hallo Hr. Klenk,

muß mal ein wenig schleimen, sorry, aber das ist schon lange fällig:

Ihre Kommentare sind mir wie Oasen(!!) in unserer Medienwüste! (tut mir leid, aber weniger pathetisch gings grad nicht)

Ich hoffe inständig sie bleiben uns in Österreich noch lange erhalten! (dann dürfen Sie hin und wieder auch in der ZEIT und der Süddeutschen schreiben ;-)

Grüße und herzlichen Dank für ihr berufliches (ist gleich in Ihrem Fall gesellschaftliches/politisches) Engagement!

Jan

Nun werden sie berühmt Herr Klenk.
In der heutigen KRONE wurde versucht sie mit Schmutz zu überschütten ;)

du dumme sau

Warum ist der Artikel nicht mit "BZÖ" etc. getaggt? ;-)

Lieber Herr Klenk,

das Wahlergebnis und die Aussagen von Herrn Suntinger sind druchaus besorgniserregend. Das empfinden übrigens auch sehr viele Kärntnerinnen und Kärntner so! Trotzdem und gerade deshalb muss ich die folgende Kritik an Ihren Darstellungen anbringen.

Sie beginnen Ihren Artikel "Das No-go-Idyll" (hier: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/28876) mit dem Satz:

"Jeder zweite Bewohner im Touristenidyll Kärnten hat vor kurzem die Rechtspartei BZÖ gewählt."

Dieses Lead-In sollte Ihnen als Journalist peinlich sein.

1. Sollte Ihnen bekannt sein, dass (selbst in Kärnten unter einem LH Dörfler) auch die Bewohnerinnen wählen!

2. Sie sollten Ihre journalistische Sorgfaltspflicht ernst nehmen und nicht die Fakten verzerren. Es war nicht "jeder zweite", es waren 45% der knapp 82% die von den 79% der Wahlberechtigten auch wirklich gewählt haben - das entspricht dann etwa 29% der Bevölkerung.

Durch ihre lockere Verwendung von Zahlen und Fakten machen Sie aus einem Drittel gleich die Hälfte, und tun damit immerhin einem Fünftel der Kärntner Bevölkerung unrecht, denn diese Einwohnerinnen und Einwohner haben das BZÖ nicht gewählt!

Sie verallgemeinern da auf eine Art und Weise, wie es gewisse Parteien auch immer wieder tun, um ihren Äußerungen statistisches Gewicht zu verleihen. Es handelt sich dabei um eine Praxis, die definitiv abzulehnen ist. Und ihr Artikel hätte das gar nicht notwendig - die Tatsachen sind auch so schon schlimm genug. Gerade als Journalist sollten Sie daher bei den Fakten bleiben und sich einer wahrheitsgetreuen Darstellung verpflichtet fühlen. Schlampigkeit bei den Zahlen kann man sich da einfach nicht erlauben...

In der gestrigen Kronen-Zeitung geben die Berufsverharmloser schon eine Antwort auf obigen Artikel.

Erschreckend was für Gestalten in unserem Land herumlaufen...

Sehr geehrter Herr Klenk,

Gratulation zu Ihrem Artikel über Kärnten, obwohl er mich so geschockt hat. Ich lebe als Norddeutscher seit August 2005 in der Steiermark und erkannte vieles wieder.

Im November 2005 bin ich in einer Grazer Klinik misshandelt worden, als ich mich dort wegen meiner Depressionen behandeln lassen wollte.

Was ich in der Folge mit der Justiz und anderen Behörden erlebt habe, ist zutiefst entsetzlich.

Als Folge der traumatischen Ereignisse von 2005 bin ich körperlich krank geworden, kann dieses Land aus eigener Kraft nicht mehr verlassen.

Mit freundlichen Grüßen und nochmals Respekt für Ihren ausgezeichneten Artikel!

Michael
Meine Grazer Hölle:
http://www.michaels-reisetagebuch.de

Dear Mr. Klenk,

This emails is to congratulate you on your article on Carinthia. I agree with what you are saying in the article. I feel outraged about the statement by Suntinger that you are a Communist Jew. This statement shows very well that the BZOE espouses a Nazi ideology.

I should be very grateful to you if you could make an interview with me about the political situation in Carinthia. I am not from Carinthia, but unfortunately live in Carinthia. I studiesd international relations in the USA, Great Britain and Switzerland.
I consider the government in Carinthia a Nazi dictatorship which resrricts freedom of opinion.

Sincerely yours,

Elisheva Peruci

Sehr geehrter Hr. Klenk!

Offen gesagt finde ich diesen Artikel über Kärnten eine Frechheit !!!!!

Sie sind in diesem Artikel zutiefst subjektiv und unfair.

Wenn sie schreiben, dass Kaernten ein "No-Go" Idyll in den Alpen ist, dann vergessen Sie nur zugerne zu erwähnen, das die Schweiz einen Hrn. Blocher hat und mit der SVP auch eine rechtsgerichtete Partei ganz vorne in der Schweiz am regieren ist.

Und über die Demokratiefähigkeit eines Hrn. Berlusconi haben Sie auch kein Wort verwendet.

Und Putin ist auch ein Demokrat durch und durch.

Sie stellen KTN dar, als ob es dort nur EX-Nazis und Rechtsextreme in Tracht und Lederhose gibt.

Wie repräsentativ ist die Meinung eines einzelnen ???????? (Hr. Suntinger)

Als Nicht-Kärntner sind sie jedoch nicht in der Lage die Kärntner Seele zu beurteilen.

Ich habe jedoch bei meinen Reisen durch diese Welt festgestellt, das man Kärnten sehr gerne hat; wenn man über Haider spach, sagten die meisten Leute zu mir, "Wir hätten auch gerne so einen Politiker". Als die Sprache jedoch auf Wien kam, haben sogar viele in Oesterreich die Nase gerümpft.

Die österreichische Linke hat sich selbst in dieses Boot gesetzt, da sie für die Anliegen des kleinen Menschen von der Strasse sowieso kein Ohr hat, sondern nur die Interessen der Wirtschaft vertritt. Und das diese Grosse Koalition nicht mal das Papier wert ist, auf der der Vertrag geschrieben ist, weiss ich auch.

Genau aus diesem Grunde habe ich auch Oesterreich verlassen und verdiene meine Brötchen im Ausland, wo man nicht so viel Steuern bezahlen muss um eine aufgeblähten Beamtenapparat durchzufüttern.

Der Hr. Dr. Haider hat sich jede noch so kleine Sorge angehört und auch dementsprechend reagiert, was ich noch bei keiner anderen Fraktion erlebt habe. Und das und nur das, hat dieses unglaubliche Wahlergebniss zur Folge.

Sie schreiben auch nichts darüber, dass der Süden in Oesterreich, wirtschaftlich und politisch immer von der Wiener Fraktion vernachlässigt wird; das in den 70ern die SPOE unter Landeshauptmann Wagner totalistisch regiert wurde und man ohne Parteibuch nicht mal den Hauch einer Chance hatte, einen Job beim Staat zu bekommen. Und über eine rechte Vergangenheit des Hrn. Wagner möchte ich hier nichts sagen.

Schämen Sie sich Hr. Klenk!

Vorallem für ihr sinnloses Inserat!

Hochachtungvoll

Ing. Franz Krickl

lieber florian klenk,


danke für diesen artikel!
ich weiss aus eigener erfahrung, wie schwer es ist, kritik in kärnten anzubringen. sie wollen nicht nachdenken. da ich selber eine geborne kärntnerin bin, dass land aber schon 1980 verlassen habe, zuerst zwar wegen der ausbildung und dann später nicht mehr zurück wollte, wegen der einstellung der menschen. auch wenn ich in jungen jahren gegen die gängige politische praktiken agiert habe und dann kapituliert hab.
wann werden die menschen munter! auch wenn ich viele kenne, die nicht BZÖ gewählt haben.
soldarische grüße

lore dullnigg

armes kärnten - eine kleine schar kärntnerInnen gibt es doch noch, die die gegenwärtige regierung missbilligt.

Lustige Kommentare, lol ;-)

Lieber Herr Klenk!

Jedes Mal auf's Neue bewundere ich Ihren Mut, sich bei solchen Themata zu exponieren. Wenn ich Ihr Blog aufschlage (öh, die Seite öffne), bin ich gespannt, ja von Vorfreude erfasst, einen neuen Artikel zu finden.

Derart treffend und lesenswert, selbst stimmte man Ihnen inhaltlich nicht zu, schreiben nur wenige - vor allem in unserer paranoiden, alpinen Vorgartenzwergrepublik.

Ich hoffe, die kontroversiellen Themata gehen Ihnen irgendwann aus - ich fürchte aber, Sie werden Ihr journalistisches Leben lang eine riesige Auswahl, vor allem in Österreich, haben.

Mit bestem Dank und dem Ausdruck ausgezeichneter Hochachtung,

Markus Husa

Bin selbst gebürtiger Kärntner, hatte darüber hinaus mit besagten Herrn Suntinger persönlich zu tun und kann alles, was Sie geschrieben haben, nur bestätigen. Ich hatte gehofft, dass der Landes-Dörfler nach der, von mir ersehnten Wahlniederlage, als Betreiber der verwaisten Saualm 2 seinen Lebensabend bestreiten würde, habe mich jedoch eindrucksvoll getäuscht... Nun ja, Literaturtipp "Die Kärntner Seele" von Erwin Ringel, gerade unlängst wieder gelesen.

beinahe hätt ich's vergessen:
http://www.youtube.com/watch?v=2PHpYvyO7fQ

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