Taser: Der irreführende Kurier-Test und die Realität


tase-proof.jpg >Der Kurier wagt mit der FPÖ einen Taser-Test. Die (blauen) Justizwachevertreter wollen das angeblich harmlose Gerät im Gefängnis gegen aggressive Häftlinge einsetzen. Die werden mit Strom beschossen, krampfen, schreien und sind kurzfristig gelähmt.
Es sei doch besser, so die Justizwache, mit Strom, denn mit Patronen zu schießen.
Klingt plausibel. Aber nur auf den ersten Blick. Das Justizministerium hat den Taser verboten, weil er mehr Schaden verursacht, als er Nutzen bringt.
Man muss nur auf Youtube googlen, um die Gefahren zu sehen. Einmal erlaubt, wird das Gerät nämlich allzu gerne im Alltag (Straßenverkehr, Flughäfen, Verkehrskontrollen) eingesetzt.
In Kanada starb ein verwirrter Mann, der von einem Taser mehrmals beschossen wurde, weil er mit Sesseln um sich schmiss. Hier der Einsatz auf Video . In den USA drohen mittlerweile Verkehrsstreifen den Bürgern mit dem Taser. Sogar ein nackter, sichtlich verrückter Mann wurde einmal beschossen und stürzte von einem Haus. Seit 2003 starben rund 300 Menschen im Taser-Einsatz - so die Deutsche Presseagentur.
Der Kurier Test ist überdies manipulativ. Der Kurier-Redakteur Matthias Hofer und der FPÖ-Abgeordnete Harald Vilimsky lassen sich zwar im "Selbstversuch" mit Strom befeuern und Vilimsky sagt: "Was ein Abgeordneter des Nationalrats und ein Kurier-Autor aushält, muss auch ein Häftling aushalten können". In Wahrheit fand der Taser-"Selbstversuch" aber nicht unter den Bedingungen statt, die im Gefängnis herrschen würden. Sowohl Vilimsky, als auch Hofer wurden von zwei Beamten aufgefangen, als sie mit dem Taser befeuert wurden und unter Schmerzensschreien auf eine weiche Matratze stürzten. Sie trugen außerdem eine Schutzbrille, damit ihre Augen nicht verletzt werden.
Im Gefängnis aber knallt man ohne Brille auf den Steinboden oder auf scharfkantige Möbel. Man kann sich nicht die Hände vor das Gesicht halten, weil man ja gelähmt ist.
Anbei vier Youtube Videos, die eine andere Sprache sprechen (Vorsicht: sie enthalten extrem verstörende Szenen):


Kommentare

ausserdem kann der einsatz im nachhinein schwer nachgewiesen werden. und menschen mit herzschrittmacher oder während der schwangerschaft sind auch lebensgefährdet.

lg aaron

Lieber Hr. Klenk!


Vielen Dank für Ihre schnelle Reaktion auf den Wahnsinn des Hr. Vilimsky.

Diese Person hat einmal mehr unter Beweis gestellt, das er anscheinend in seiner Kindheit mit Taser ähnlichen Geräten bearbeitet wurde, anonsten wäre die Leistung seines Gehirn heute wahrscheinlich nicht so sehr beeinträchtigt.


Beste Grüße

Darf man sich wundern über den Kurier? Diese Aktion kann gar nicht ein Einzelaktion eines Chronikmitarbeiters sein.
Diese Aktion ist sicher von der Chefredaktion genehmigt.
Am nächsten Tag glaubt der Kurier auch schon eine heftige Debatte zu erkennen.
Mag die Konkurrenz zu Österreich der Grund für derartigen Journalismus sein, Qualitätsblatt sollte sich der Kurier in Zukunft nicht mehr nennen.
Es mangelt an journalistischer Sorgfalt. Man muss dazusagen, dass dies nicht der einzige Bericht ist, bei dem das beim Kurier zu kritisieren ist.
Auch wenn man allen österreichischen Medien klarerweise den Mangel an Ressourcen (Mitarbeiter) zugestehen muss, mit so einem dummen Bericht ist die Seite schnell und einfach gefüllt. Österreich machts vor, Kurier machts nach.

danke, als ich den Artikel las, kam es m.E. auch nicht ganz koscher rüber.
Eben, weil die Verhältnisse anders sind.

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