Sima wieder gut
Umweltstadträtin Ulli Sima schafft es das Hundekotproblem zu lösen. Dafür hat sie die Seele des Wieners und Siegmund Freud studiert.
Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima verdient das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Stadt. Wie keine andere Stadtpolitikerin zeigt sie vor, dass das Hundekotproblem gelöst werden kann – mit Witz und Intelligenz. Die Stadt ist weniger verdreckt als noch vor zwei Jahren. In Zeitungen posieren Simas Hundepolizisten mit Strafzettel und grimmigem Blick – und der Volksaufstand, den das Rathaus stets fürchtete, bleibt aus. Im Gegenteil, Sima schärft ihr Profil als mutige Politikerin, die es mit Humor aber Konsequenz gegen die gefürchtete Allianz der Hundebesitzer und ihrer Kronenzeitung anlegt.
Wie war das möglich, wo doch der allmächtige Helmut Zilk vor dem Hundekotproblem kapitulierte? Ulli Sima hat die Seele der hundehaltenden Wiener erforscht. Ihre Antwort war: Sigmund Freud und die Seele der Hundebesitzer.
Da ist einmal der Spruch: „Nimm ein Sackerl für Dein Gackerl“. Es war durch Wiener Dialekt gefärbte Baby-Fäkalsprache, das Vokabular der von Freud geprägten „analen Phase“, wenn man so will, das Sima da verwendete, um beim Wiener Hundehalter gehört zu werden. Der Kot wurde zur Harmlosigkeit („Gaga, Gaga“) infantilisiert. Die Leut gingen in die Knie und räumten den Dreck ihrer Kleinen weg.
Nun startet Sima die zweite Kampagne. 25.000 Hunde aus Kunststoff stecken in Wiens Wiesen und die Köter fragen treuherzig: „Sind Dir 36 Euro Wurst“? Sima hat erkannt: die einzige Autorität auf die Hundebesitzer wirklich hören, sind ihre Hunde selbst. Sehr oft sind es ja misanthropische Seelen, die – unter Hinweis auf die Hundesteuer – das Recht zu haben glauben, die Straßen ankacken und den Mitmenschen dadurch ihre Meinung sagen zu können („Ich scheiß auf Euch “). Jetzt bekommen Sie Widerspruch vom Hund selbst. Der Papphund ist auch vergleichbar mit den Polizistenattrapen, die an Österreichs Ortseinfahrten wachen. Aus dem „Gackerl“ wird auf den Werbesteckern nebenbei wieder die braune Wurst, die, wenn einmal zurückgelassen, einen Haufen Geld kostet.
Ulli Sima hat der Stadt einen großen Dienst erwiesen. Jetzt kann sie damit beginnen, endlich mehr Bäume in Wiens graue Straßen zu pflanzen, wie dies andere Städte (Hamburg!) längst tun. Die Lobby der Autofahrer, die ein paar Parkplätze verlieren, ist nichts im Vergleich zu Hundehaltern.
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Naja, das mag vielleicht ein Teilerfolg sein, mehr aber nicht. Die Rinnsale vor unserem Büro jeden Tag in der Früh sind jedenfalls nicht weniger geworden.
lieber onkel florian,
da holt man zwei gequälte hunde aus einem zwinger, putzt täglich vier trümmerln aus der wiese (mit selbst gekauften sackerln, weil der spender eh immer leer ist) und lässt sich entweder blöd begaffen oder noch blöder beschimpfen. lieb hat man die viecherln trotzdem, oder vielleicht auch deswegen. und dann muss man eines tages feststellen, dass man nicht ganz allein ist: man gehört zur hundelobby, ist hundehalter und verlässt sich auf seine krone. reagieren tut man auf politiker-gewäsch, nicht etwa auf das eigene hygienebedürfnis und verantwortungsbewusstsein. und irgendwie ist man mitsamt seinen hunderln prinzipiell pfui.
muss ich jetzt wirklich täglich zu krone.at oder darf ich weiter ihre artikel abrufen?
fragt besorgt ihre conni hladej
Sie hat der Stadt überhaupt keinen Dienst erwiesen! Dieser Text ist ein widerliches Geschleime!
chez vous l’esprit curieux :) acheter viagra generique vente viagra viagra en ligne