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08. Jul 2008

Die Genossen Flöttl

Großvater Karl saß als Arbeiterführer im KZ. Vater Walter machte die Arbeiterbank mächtig. Sohn Wolfgang verspielte sie. Der abenteuerliche Aufstieg und Fall der Familie Flöttl.
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(Karl Flöttl (dritter von links) bei einer Arbeitstagung des ÖGB im Jahr 1946, Foto: ÖGB-Archiv)
Woran Wolfgang Flöttl vergangenen Freitag wohl gedacht haben mag, als er im überfüllten Marmorsaal durchgeschwitzt seinem Urteil lauschte? An die Karibik-Turns mit seiner Yacht „Anne-Barbara“, benannt nach seiner Frau, der Enkelin von US-Präsident Eisenhower? An den rosa Hummer im Four Seasons, den der Spekulant mit Helmut Elsner verspeiste? An die Fahrten im weißen Rolls Royce, an den Butler in Tuckers Town, Bahamas. Oder an sein Anwesen, das Haus dass er Michael Jackson weggeschnappt hatte. Nun war er Silvio Berlusconis Nachbar. Vorbei, dieses Leben. Jetzt steht er hier im Grauen Haus, Wien Wickenburggasse, Großer Schwurgerichtssaal, oben auf der Galerie steht Anne Barbara, Wolfgang Flöttl dreht sich immer wieder nach ihr um.
Vielleicht dachte Wolfgang Flöttl während der einstündigen Urteilsverkündung auch kurz an seinen Großvater Karl. „Es gibt viele Beispiele großer Gesinnung in dieser verrohten Welt. Ein solches Beispiel erleben wir in Karl Flöttl, der immer seinen Grundsätzen treu geblieben ist“, heißt es in einer Gewerkschaftszeichnung.


Als dieser Karl Flöttl im Jahr 1977 starb war er mit Ehrenzeichen überhäuft und doch vergessen– sein Enkel Wolfgang Flöttl machte sich auf nach London und die USA um an elitären Unis eine abenteuerliche Karriere vorzubereiten, die hier vor dem Schöffengericht endet.
Aus strafrechtlicher Sicht mag Helmut Elsner der Hauptschuldige dieses Milliardenkrimis sein. Um den tiefen Fall der Bawag und des ÖGB zu verstehen, kann man auch die Chronik der Flöttls studieren. Es ist eine Familiensaga, die von der Tschechoslowakei über das Rote Wien bis zu Castle Town, Bahamas, reicht. Die Flöttl-Geschichte erzählt viel über Österreich und seine roten Eliten – und deren Verständnis von Anstand und Moral, Politik und Geschäftstüchtigkeit. Drei Generationen einer Familie waren im zwanzigsten Jahrhundert von gännzlich unterschiedlichen Werten geprägt. Großvater Flöttl erlebte bittere Not, er kämpfte unter Einsatz seines Lebens um die Rechte der Arbeiter. Vater und Bawag-Chef Flöttl mehrte den Besitz der Gewerkschaft – doch das viele Geld, das er täglich sah, hatte ihn selbst zum geachteten, aber despotischen Bonzen gemacht. Sohn Wolfgang genoss die Verlockungen des globalisierten Turbokapitalismus. Für seinen Großvater wäre er wohl nur ein Klassenfeind gewesen. Und umgekehrt.
„Karl Flöttl, am 12. Mai 1902 in Wien geboren, deutschböhmischer Abstammung, wurde als außereheliches Kind zu Pflegeltern in die Tschechoslowakei gegeben“. So beginnt die Akte von Karl Flöttl, die der ÖGB archiviert hat. „Ärmste soziale Verhältnisse“, so heißt es weiter, „hemmten seine körperliche Entwicklung.“
Von Böhmen wurde der uneheliche Karl zurück nach Wien geschickt, zu seinem Stiefvater. Er lebte in der Hellwagstraße, dort wo heute der Milleniumtower steht. Während Wien im Fin de Siecle erblühte, verkam die Gegend zum finsteren Proletarierviertel. Böhmische Arbeiterkinder wie Karl hatten es schwer in dieser Gegend. „Sein böhmischer Dialekt forderte den Spott seiner Schulkameraden heraus“, heißt es in der Gewerkschaftsakte. Der Journalist Emil Kläger marschierte damals durch die Wallensteinstraße, die „Hauptstraße des Armeleutebezirks“ wie er sie nannte. Ein „unheimliches Düster“ habe dort geherrscht. Ein 21jährige Maler lebte im nahe gelegenen Männerheim: Adolf Hitler.
Vor allem die Ziegelarbeiter aus Böhmen wurden zu „Opfer des Kapitals“, wie der Wiener Arzt Viktor Adler, in seiner berühmten Reportage über die Lage der Ziegelarbeiter enthüllte. Adler, Gründervater der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, wird dem jungen Arbeiterkind Karl Flöttl im Jahr 1917 begegnen und mit ihm „Bekanntschaft schließen“, wie es in Flöttls Lebenslauf heißt.
Maschinenschlosser, Telefonist, Kanzleidiener, Bote – davon lebt Karl. Nach der Arbeit geht er zu den roten Kinderfreunden. Der stotternde Bursche verwandelt sich dort in einen „gewandten Redner“ , er übe, „starken politischen Einfluss auf seine Altersgenossen“ aus, heißt es in seinem Lebenslauf.
Das Rote Wien prägt sein politisches Leben. Wohnungen, Bildung, Hygiene, ärztliche Versorgung – die Stadtregierung wagt für die proletarische Schicht völlig neue Lebenskonzepte; Karl Flöttl, Obmann der Bauarbeiterjugend, ist einer der kleinen Funktionäre, die für solche Utopien kämpfen auch weil sie selbst davon profitieren. 1922 wird schließlich die Bawag geboren, die Arbeiterbank. Das Geld der Genossen sollte nicht vom Klassenfeind verwaltet werden. Eine weitsichtige Entscheidung: 1925 kommt es zum Wiener Börsenkrach. So wie heute wetten Bankiers auf Währungen – und hauen ab.
Karl heiratet die Arbeiterin Franziska, 1924 kommt Sohn Walter zur Welt – er wird der allmächtige General der Arbeiterbank werden und das „Kapitalsparbuch mit Zinsengarantie“ erfinden, das in der ewig ausgestrahlten Bawag-Werbung beworben wird. „Die Abhängigkeiten von den kapitalistischen Großbanken“, so wird Walter Flöttl, siebzig Jahre später in einem Interview sagen, „sollte damals ein Ende haben“. Die Flöttls waren arme Leute, Franziska Flöttl war arbeitslos. Der Bub besuchte die Hauptschule – und entdeckt dennoch die Liebe zur Kunst. „Ein Klavier war zu teuer“, erzählte Walter einem Journalisten, „also habe ich Geige gelernt. Als ich einmal in unserer Arbeiterwohnung den Radetzkymarsch gespielt habe, sagten die Nachbarn gleich: Da schau her, der Bua vom Flöttl ist ein Verräter geworden, der spielt schon den Radetzkymarsch!“
Das war die Zeit des kurzen Bürgerkriegs. 1934 schießen Engelbert Dollfuss Hahnenschwanzler das Rote Wien zusammen – und sperren Karl Flöttl in Wöllersdorf ein. Er weigert sich der austrofaschistischen Einheitsgewerkschaft beizutreten.
1938 legen die Nazis Flöttl nahe, als Blockwart zu spitzeln. Lieber konspiriert er mit Gewerkschaftern in einem Café Ecke in der Zieglergasse. Die Genossen nahmen damals ihre kleinen Söhne mit. Ein damals 14jähriger Junge spielte zwecks „Tarnung“ mit einem älteren Genossen Schach. Es war der Bildhauer Alfred Hrdlicka. Sein Schachpartner Johann Böhm avancierte zum ersten Sozialminister der zweiten Republik und ÖGB-Präsident. Sein Stellvertreter sollte Karl Flöttl werden.
Den „Schönen Karl“ nennen ihn die Genossen. Ein Foto aus jener Zeit zeigt ihn im Hirschknopf-Sakko, den Kragen seines weißen Hemdes lässig nach außen geschlagen, das gewellte Haar fällt nach hinten. Die Gestapo hatte das Bild aufgenommen und Karl ins KZ Buchenwald deportiert. 1940 wird er amnestiert. Noch im Jahr 1977 schreibt ein Journalist in einer Gewerkschaftszeitung: „Sein Körper ist angegriffen von dem Martyrium, das er in den Mörderlagern des NS-Regimes erdulden musste.“
Sein 18jähriger Sohn Walter wird derweil an die Front nach Italien kommandiert. „Dort“, so erzählt er später, „habe ich die Überlegenheit der Amis kennen gelernt“. Mit 55 Kilogramm und Tuberkulose wird er in ein Lazarett eingeliefert. 1945 kehrt Walter nach Wien zurück, „da war die Oper schon bombardiert, alles hat gebrannt“. Die Überlegenheit der Amis. Die Sorge um die holde Kunst. Das Rückrat des Genossen Vater. Der baldige Wiederaufbau und die dafür benötigten Kredite. Auch das prägte wohl Walter Flöttl.
Sein Vater Karl wird Mitbegründer des ÖGB. Es gibt ein Foto aus dem Jahr 1946, das ihn bei einer der ersten Arbeitstagungen zeigt. Er sitzt am Podium, neben dem ÖGB-Chef Johann Böhm. In den Fünfzigern wird der einst so verspottete böhmische Bub sogar Nationalrat. Er eröffnet bei Blasmusik ein ÖGB-Jugendheim. Der Bau/Holz-Gewerkschafter Karl Flöttl, so erinnerte sich der spätere Innenminister Franz Olah in seinen Memoiren, sei „anständig, höflich, gesinnungstreu, aber auch schwach und vergesslich“ gewesen. Als er abtritt, dankt die Gewerkschaft für hinterlassene „Ordnung und Sauberkeit“. Für den „Karli gab es zwischen Heldentum und Feigheit keinen Kompromiss“, schreibt ein Genosse.
Auch Karl Flöttls Sohn Walter macht Karriere in der jungen Zweiten Republik. Diesmal geht es nicht mehr um die Revolution, sondern um Partei und Karriere. Nach dem Welthandel-Studium, kommt Walter Flöttl vermutlich durch Intervention seines Vaters im Jahr 1950 in der Arbeiterbank unter – als „Geldzähler“. Bei der Gewerkschaft ist er zu dieser Zeit Sekretär der Metallarbeiter. Fünf Jahre später, die letzten Besatzungssoldaten ziehen ab, kommt sein Sohn Wolfgang zur Welt. Zu jener Zeit fährt in Graz auch ein junger Schalterbeamter mit seinem Puch-Moped zur Grazer Bawag Filiale. Er wird bald die Aufmerksamkeit der Wiener Gewerkschaftsbanker gewinnen – und nach Wien übersiedeln. Sein Name: Helmut Elsner. Sein Vater fiel im Krieg, auch seine Familie war verarmt.
Walter Flöttl avanciert zum Großen Vorsitzenden der Bawag. 1959 Kreditrevisor, 1961 Prokurist, 1966 Direktor, 1968 Vorstandsdirektor, 1972 General. Es gibt viele heroische und viele üble Geschichten über ihn. Die mit den Mähdrescherkrediten zum Beispiel. Bawag-Banker gingen von Hof zu Hof, um Bauern für Kredite zu keilen. Die rote Arbeiterbank profitierte solcherart von der Industrialisierung der schwarzen Landwirtschaft. Oder die „Barzustellungskredite“: Die Bawag hatte in den Sechzigern nur wenige Filialen, sie war noch keine mächtige Bank. Flöttl kannte den Ausweg und versetzte die Branche in Aufruhr. Er spannte die Betriebsräte großer Firmen ein, um Kunden zu keilen. SDie erhielten Kreditformulare, der Kredit wurde mit der Post zugestellt. Flöttl, der Arbeitersohn wusste, was die großen Bankiers nicht ahnten: die kleinen Leute können vernünftig mit Geld umgehen – und sie wollen sich nicht vor den eigenen Betriebsräten blamieren. Die Bilanz: 550.00 Kredite mit einem Volumen von 45 Milliarden Schilling. Auch mit solchen Coups machte Walter Flöttl die Bawag steinreich.
Walter Flöttl war aber auch ein selbstgerechter Despot. Zumindest sagten das seine Kollegen. Nach außen gab er sich kunstsinnig bescheiden, ja knausrig. Am abgewetzen Schreibtisch die Wotruba-Stauette. Höchstpersönlich überprüfte er Benzinrechnungen von Vorstandskollegen. Der zu vier Jahren verurteilte Angeklagte Johann Zwettler, Helmut Elsners Nachfolger sagte vor Gericht einmal aus: „Sie können sich die Zustände heute gar nicht vorstellen!“ Erwachsene Bankiers mussten sich anschreien lassen, wenn sie kein Sakko trugen.
1974 gründet Walter Flöttl die Bawag-Fondation. Er avanciert, wie der trend schreibt, „zum Botschafter des offiziellen Kunstverständnisses in der SPÖ“. Er unterstützt Wolfgang Hutter oder Friedensreich Hundertwasser und er hält Kontakt zum New Yorker Galeristen Serge Sabarsky, einem emigrierten Wiener Juden. Der bringt Munch, Goya und Schiele nach Wien.
Amerika – das Land zieht die Flöttls an. Seinen Sohn Wolfgang schickte Walter Flöttl schon in den sechzigern zum Big Apple. In den Siebzigern studiert der Filius in Harvard. Der Titelbewusste Kommerzialrat und Kammerrat Flöttl ist stolz auf den damals noch seltenen Titel „Master of Business Administration“ den sein Sohn tragen wird.
Doch nicht die rote Tradition seiner Vorväter motiviert den Jungbanker Wolfgang, sondern nur noch die eigene Karriere und ein Einstiegsgehalt von 1,4 Millionen Schilling bei der Investment Bank Kidder, Peabody & Co. Er vervielfacht das Gehalt in wenigen Jahren, „Mut zum Risiko“ attestieren ihm Wirtschaftsblätter – etwa wenn er Anleihen verschuldeter lateinamerikanischer Staaten kauft und mit 300 Prozent Kursgewinn verkauft. Flöttl wandert ins Steuerparadies Bahamas aus, gründet die „Ross Capital“, lernt „High-Tech-Banking“. Sein Vermögen, sagt er einmal, soll 350 Millionen Dollar schwer gewesen sein. Für einen Kaffee, so schrieb die Zeit, zahlte er schon mal 50 Dollar. New York küsst ihm die Füße. Seine Frau Anne Barbara öffnet ihm die Türen der politischen Salons. Verantwortlich für den Reichtum war aber vor allem auch Vater Walter. Er wird seinem Sohn die Bawag schon in den Achtzigern zum Spielen überlassen. Keiner wird es erfahren.
Walter Flöttl übermannte die Gier. Er fährt drei Dienstautos. Er bewohnt ein zweistöckiges 600 Quadratmeter Penthouse der Bawag am Fleischmarkt und bezahlt nur 50.000 Schilling Miete, ehe er die Mezzie (unter Hinweis auf den günstigen Mietvertrag) zum Spottpreis günstig kauft, denn „das sind ja so viele finstre Gänge drin“.
Mit dem Heldentum des KZ-Häftlings Karl Flöttl hatte all das nichts mehr zu tun. Aber das offizielle Österreich stieß sich nicht an der Kritik, die in den Medien erstmals aufloderte. Im Gegenteil: als Walter Flöttl 1994 seinen Siebziger feierte, paradierte die Republik, das Militär spielte den „Walter-Flöttl-Marsch“. In einer Bawag-Jubelschrift sind Ehrenbekundungen nachzulesen: „Nehmt euch an Walter Flöttl ein Beispiel, paust euch ab, wie er das macht!“, riet Gewerkschaftspräsident Fritz Verzetnitsch. „Für die kleinen Leute hast Du immer ein Herz gehabt!“, schrieb der damalige Finanzminister Ferdinand Lacina. „Wir wünschen unserem General alles Gute“, schrieb Lore Hostasch, die spätere Sozialministeirn. „Unser General“, das war, was die Sozialdemokraten von Walter Flöttl sahen. Einer der Geld brachte – und ein bisschen davon für sich abzwickte.
Kaum einer wusste, was erst nach diesen Jubelfeiern durchsickerte: Walter Flöttl überließ seinem Sohn Wolfgang 24 Milliarden Schilling für Spekulationsgeschäfte auf den Bahamas – ohne ausreichende Sicherheit. Das Gericht nennt die Geschäfte heute „Karbibik eins“. Sie waren schon damals verboten, doch sie hatten zwei Vorteile: sie machten die Bawag reich und sie machten die Familie Flöttl reich. Wo kein Kläger, da kein Richter.
Vater Walter dementierte die Geschäfte zunächst, zögerlich gab er sie zu. Die Staatsanwaltschaft winkte ab, es sei doch kein Schaden entstanden. Die Familie, so schrieb das profil, „konnte sich wieder in der ruhigen Gewissheit zurücklehnen, dass es keiner mehr wagen würde, ungefragt und ungebeten in ihre Kreise einzudringen.“ Im kleinen Kreise hatte Walter Flöttl damals auch schon seinen Wunschnachfolger präsentiert: Sohn Wolfgang. Aber das war politisch nicht mehr möglich. Flöttl ging 1995 in die Rente und nahm noch ein paar Kartons mit Hinweisen auf rote Parteienfinanzierung mit, die vor ein paar Wochen während des Prozesses gegen Helmut Elsners in seinem Keller „zufällig“ gefunden wurden. Offensichtlich wollte er sich gegen Angriffe von links absichern.
Auf Flöttl folgte „Volksfeind“ Elsner. „Er wurde“, so sagt es heute ein Verteidiger eines Bawag-Vorstandes, „der Ziehvater des Patriarchensohn Wolfgang Flöttl.“ Gemeinsam urlaubten Wolfi und Marcel in der Karibik, sie jetteten um die Welt. 1995 nahm Elsner die Karibik-Geschäfte wieder auf. Der Ausgang dieser Geschäfte ist bekannt. Flöttl setzte das Bawag-Vermögen auf den fallenden Yen. Doch der stieg. Die Arbeiterbank wurde verspielt – und mit ihr auch das Ansehen der Gewerkschaft. Flöttls Karriere als Banker ist dahin. Jetzt segelt er nicht mehr vor den Bahamas, sondern joggt im blauen Addidas-Anzug durch Wien Wieden.
Elsner wird fast zehn Jahre sitzen, soferne die Instanz sein Urteil bestätig. Untreue und Betrug wirft ihm das Gericht vor. Flöttl soll bloß zehn Monate ins Gefängnis, zwanzig Monate bekommt er auf Bewährung. Seine persönliche Schuld wiege weniger schwer, sagt die Richterin, er habe nur 90 Millionen Euro auf kriminelle Weise verzockt. Den Rest des Geldes habe er auf Wunsch der Bawag verwettet. Flöttl will das Urteil dennoch bekämpfen, wie er am Montag erklärte. „Vielleicht fällt er sogar in die Weihnachtsamnestie“, scherzt ein Anwalt am Rande des Prozesses.
Es wird auf keinen Fall das letzte Kapitel gewesen sein, im abenteuerlichen Leben dieser Familie. Nein, sagt Flöttls Anwalt, sein Mandant werde zu seiner Geschichte nicht sprechen, solange der Prozess läuft Doch nach dem Verfahren, so erklärte Flöttl einmal gegenüber einem Format-Journalisten, „werde ich meine Story erzählen.“ Immer wieder murmelte er das: „Meine Story. Meine Story.“

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Kategorien: Texte für den FALTER
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  1. 12. Juli 2008, 13:38 | #1

    gute geschichte, diese.

  2. Volkmar Leisser
    15. Juli 2008, 07:50 | #2

    Wieder einmal ausgezeichnet recherchiert und sehr gut aufbereitet..
    Würde es Sie nicht reizen derjenige zu sein, dem Wolfgang Flöttl ´seine Story´ erzählt?
    Da liegt doch noch einiges drinnen, oder?
    Besten Dank
    Volkmar Leisser

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