Sag beim Abschied leise „Danke!“
Akten des Innenministeriums und eine geheime Spenderliste illustrieren, wie Polizisten jahrelang von einer mächtigen Seilschaft beschenkt wurden. Die Spur führt zu Adolf Krchov, dem Diener vierer Polizeipräsidenten. Ihn hofierten Praterkönige, Banker und Milliardäre. Jetzt residiert der Rentner nobel über dem Café Landtmann.
(Reportage für: Falter Foto: Heribert Corn)

Ist die Wiener Polizei von einer Seilschaft unterwandert, die sich hinter dem renommierten „Verein der Freunde der Wiener Polizei“ versteckt? Konnten sich Rotlichtbarone, Waffenlobbyisten, Bankmanager und Milliardäre im Schatten dieses Benefizvereins durch Geschenke privilegierten Zugang zu höchsten Entscheidungsträgern der Exekutive verschaffen? Es gibt Korruptionsfahnder, Ministerialbeamte, Kriminalisten, aber auch Staatsanwälte, die das am Rande des Prozesses rund um den gefallenen Wiener Polizeigeneral Roland Horngacher in vertraulichen Gesprächen behaupten – und die ihr Wissen und ihre Akten nun Stück für Stück offen legen. Sie wollen damit zeigen, dass der angeklagte Roland Horngacher zwar ein wichtiges Rädchen einer schmierigen Maschine war – dass aber auch viele andere davon profitierten. Horngacher kämpft nun – vertreten durch die Strafverteidiger Richard Soyer und Lukas Kollmann – um ein faires Urteil. Nächste Woche soll es gesprochen werden.
Doch damit ist diese Affäre noch nicht am Ende. Denn die Spur der Ermittlungen führt direkt ins Vorzimmer der letzten vier Wiener Polizeipräsidenten – und von dort in ein Penthouse über dem Café Landtmann. Dort residiert Adi Krchov, die grauen Eminenz der Wiener Polizei. Er diente als „persönlicher Kriminalbeamter“ des Polizeipräsidenten und ist noch heute der Kassier des Vereins der Freunde der Wiener Polizei. Krchov zählt nicht nur den Milliardär Martin Schlaff zu seinen „langjährigen Bekannten“, sondern auch Praterunternehmer und den gefallenen Bawag-General Helmut Elsner. Auch Rudolfine Steindling, die
als „Rote Fini“ bekannt gewordene Ost-West-Vermittlerin, ist seine „gute Bekannte“.
Wenn stimmt, was Polizisten unter Zusicherung von Anonymität detailreich erzählen und mit Akten untermauern, dann agierte im Schatten des „Vereins der Polizeifreunde“ bis zuletzt eine Gruppe, die man mit den Worten eines ranghohen Polizisten aus dem Innenministerium als, „Club 45 der Wiener Polizei“ beschreiben kann. Das war jener sozialdemokratische Herrensalon, der die SPÖ Ende der Achtzigerjahren nachhaltig beschädigte. Einen Unterschied zu damals gibt es. Diesmal haben sich mächtige Wirtschaftsvertreter nicht mit Politikern verhabert, sondern mit Polizisten. Immer wieder traf man sich
im Polizeipräsidium, aber auch im Bristol, um „aktuelle Entwicklungen der Sicherheitslage zu besprechen“ oder Beamte zu verabschieden, wie Polizeipräsident Peter Stiedl erzählt. Auch Franz Vranitzky und Hannes Androsch hätten Vorträge gehalten – kostenlos. Doch „Politiker waren in der Regel uninteressant“, sagt ein involvierter hochrangiger Polizist, der anonym bleiben will: „Sie haben keine Kohle, kaum Macht und werden alle zwei Jahre abgeschossen.“ Am Rande dieser Treffen entstanden offenbar Seilschaften, die nun von Korruptionsbehörden durchleuchtet werden.
„Verein der Freunde der Wiener Polizei“ – der ehemalige Bundespräsident Thomas Klestil nannte die Gründung dieser Hilfsorganisation einst eine „Pioniertat“. Bundeskanzler marschierten auf, wenn die Mitglieder riefen. Der Vorsitzende des Vereins, der ehemalige Nationalbankpräsident Adolf Wala sagt: „Alles ist sauber, alles seriös, jeder Zahlungseingang wurde verbucht.“ Er klagt jeden, der anderes behauptet – etwa Helmut Elsner. Die Statuten des Vereins sprechen von „Leistungen und Hilfestellungen“, mittels derer die „Förderung der Motivation der Angehörigen der Wiener Polizei“ garantiert werden sollte. Ein paar Defibrillatoren und sogar Polizeiautos spendete der Verein der Polizei zum Beispiel – mit Geldern von Banken. Meist gab es für die Masse der Beamten aber nur Wimpel, Bücher, Anstecknadeln oder „ein Ganslessen“, wie sich der ehemalige Chef des Sicherheitsbüros Max Edelbacher erinnert. Auch wenn Übernachtungskosten für osteuropäische Polizisten anstanden, sprang der Verein ein.
Das war die offizielle Seite dieser Organisation. Sie half aus, wenn die Repräsentationskassa des Wiener Polizeipräsidenten nicht ausreichte. So suchte man potente Geldgeber, die die Not der Polizei linderten. Spenden an den Verein, so hielt es Innenminister Günther Platter ja kürzlich in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung fest, „berühren nicht das Geschenkannahmeverbot von Exekutivbeamten.“ Die Gegenleistung? „Da gab es einmal diese Mitgliedskarte, die man bequem in den Führerschein legen konnte“, wie ein Vereinsmitglied erzählt.
Damit werden die dunkleren Seiten und Sitten dieses Vereins sichtbar. Die Usancen, die dort um sich griffen, finden sich nun in einer Verschlussakte des Büros für interne Angelegenheiten (BIA) wieder. Dem Falter liegt nicht nur dieses Dossier vor, sondern auch die streng geheime Mitgliederliste (samt Handynummern) des Vereins. Nicht einmal das BIA hat sie noch zu Gesicht bekommen. Die Liste der 214 Spender sollte nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Denn darauf ist eine beachtliche Wiener Gesellschaft versammelt: honorige Manager, Banker, ORF-Journalisten und ein paar Stadtpolitiker stehen da neben halbseidenen Praterunternehmern, Puffbesitzern, Baulöwen und dubiosen Ost-Investoren. Der Rüstungslobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly ist ebenso mit von der Partie wie Peter B. vom Nobelpuff Babylon – er soll den Verein allerdings schon wieder verlassen haben. Auf der Liste des Vereins stehen aber nicht nur milliardenschwere Investoren, sondern auch Vertreter autoritärer Staaten sowie der Ostimmobilienhändler Leopold Bausbek. Der ist Co-Gesellschafter einer riesigen an großen Projekten im Osten beteiligten österreichischen Baufirma. Sein Partner war der Ende der Neunzigerjahre in der Annagasse erschossene Mafia-Pate Dawid Sanikidse.
Auf der Liste auch Rakhat Aliyev, der mysteriöse Botschafter von Kasachstan – er wurde auf Wunsch von Vereinspräsident Wala aufgenommen. In seiner Heimat beschuldigt ihn sein Schwiegervater, der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew, an einer erpresserischen Entführung teilgenommen zu haben. Er saß in Auslieferungshaft, weil ihm die Behörden in seiner Heimat den Prozess machen wollten – und kam frei. Warum er ein „Freund der Polizei“ sein wollte? „Er wollte nur einen Parkplatz vor seiner Botschaft“, erzählt Adolf Wala.
Auch Milliardär und Elsner-Freund Martin Schlaff ist auf der Liste verzeichnet. Hier kommt der Fall Horngacher ins Spiel: Schlaff streifte nämlich gemeinsam mit dem Industriellen Josef Taus und einem dritten Investor beim Verkauf der bulgarischen Mobiltel an die Mobilkom 850 Millionen Euro Gewinn ein. Finanziert wurde der Deal von der Bawag, die dafür „der guten Ordnung halber“ (Elsner) einen Persilschein von der Wirtschaftspolizei über einen dubiosen Mittelsmann namens Michael C. brauchte – und von Roland Horngacher bekam. Weil Horngacher kurz nach dem Verfassen des Schreibens vom Vereinskassier des „Vereins der Polizeifreunde“, Adolf Krchov, „wortlos“ (Horngacher) ein Kuvert mit einem Ruefa-Gutschein nahm, steht „Napoleon“ nun vor Gericht. Nicht angeklagt wurde jedoch der Kassier Krchov. Sein Verfahren wurde eingestellt.
Nicht alle hatten Zugang zu dieser honorigen Organisation. Man musste empfohlen werden, spenden, und dann konnte man die Vereinsmitglieder immer wieder zu einem Essen einladen. Dann gab es auch die vom Verein vorgesehene „unbürokratische Vermittlung von Ansprechpartnern“. Manche Mitglieder, so erzählt der Vereinspräsident Adolf Wala, „gaben ein paar Hunderter, manche aber auch mehrere Tausender“. Alles sei ordnungsgemäß verbucht. Das Vereinsbudget beträgt knapp 200.000 Euro. Wala sagt: „Wer nicht zahlte, flog raus.“ Offiziell sollte „notleidenden Beamten und den Witwen von erschossenen Polizisten“ geholfen werden, sagt Wala. Ob der ehemalige Leiter der Staatsanwaltschaft Wien auch zu denen zählte? Als der in den Ruhestand ging, lud die Polizei die „Wiener Spitzenstaatsanwälte“ zu einem Nobeldinner ins Bristol. Die Rechnung beglich der Verein.
Glaubt man Insidern, dann erhofften sich viele Vereinsmeier durch ihre Spenden offenbar einen privilegierten Zugang zur Exekutive – und manche bekamen ihn auch. Das kostete. Helmut Elsner und Vorstände der Bawag überreichten dem Kassier Adi Krchov immer wieder Kuverts mit Gutscheinen. „Das waren höchstens Privatgeschenke“, sagt nun Adolf Wala, „damit hat der Verein nichts zu tun“. Elsner sagt im Verhör: „Es waren Geschenke für den Verein.“
Offenbar hatten einige den Vereinszweck gründlich missverstanden. Ein Vereinsmitglied, der bei der Novomatic beschäftigte Prater-Casino-Betreiber Wolfgang U., stellte Horngacher zum Beispiel Mercedes-Cabrios zur Verfügung – „aus Freundschaft“, wie er sagt. Als sich, wie er erzählt, einmal „Afrikaner in meinem Casino einnisteten“, rief er seinen Vereinskollegen Adolf Krchov an – und bat um Hilfe. Krchov bestätigt auf Anfrage des Falter diese Version. Er sagt, er habe sodann Horngacher zu Hilfe gerufen, damit der die Sache regle. Horngacher schickte eine Streife, schaute selbst vorbei – und ließ die Afrikaner, die nichts Böses taten, wegschicken.
Ein privater Sicherheitsunternehmer (auch er Vereinsmitglied) wiederum gewährte „Konsulentenverträge“ – ausgerechnet an Hofrat Walter S., einen der mächtigsten Wiener Polizeihofräte. S. war zuständig für das Sicherheitsbüro und die Wirtschaftspolizei. Der passionierte Jäger soll auch einen Geländewagen „zur Verfügung gestellt“ bekommen haben, wie ein Insider behauptet. „Diese Nebentätigkeiten waren genehmigt“, sagt Polizeipräsident Peter Stiedl, der aber nichts von dem Wagen wissen will. Weder Hofrat S. noch ein Vertreter der Sicherheitsfirma waren – trotz mehrmaliger Anfragen – zu einer Stellungnahme bereit.
Manche Vereinsmitglieder, so erzählen es betroffene Beamte, standen auch unvermittelt in den Büros von Wiener Spitzenbeamten – und hofften bei privaten Kalamitäten auf behördliche Intervention. „Wir mussten Auskünfte erteilen, für die man normalerweise teure Kanzleien bezahlen muss. Die Probleme der Herrschaften wurden zu unseren Problemen gemacht“, erinnert sich ein hoher Polizist. Eines Tages wandte sich zum Beispiel ein einflussreicher Manager an den Polizeiverein. Einer seiner Schützlinge bekam nach einem Besuch bei einer Prostituierten ernsthafte Probleme mit der Justiz, sodass der Manager eines Tages gemeinsam mit einem Vereinsfunktionär im Polizeipräsidium stand und fragte: „Könnt ihr helfen?“
Vereinspräsident Adolf Wala sagt zu all dem: „Ich kann mich an solche Vorfälle nicht erinnern. Ich schließe aber auch nicht aus, dass jemand sagte: ‚Ich bin in Schwierigkeiten.‘ Dann fragte man vielleicht am Rande einer Veranstaltung den Herrn Polizeipräsidenten, wohin man sich wenden soll.“ Verbotene Intervention? „Keinesfalls“, sagt Wala, „man kann aus jeder Geschichte einen Skandal machen. Wenn man nachgräbt, wird man immer irgendwas finden.“
Die Ermittler graben bereits – und sie stehen nun im Vorzimmer der letzten vier Polizeipräsidenten. Dort diente der sagenumwobene Kassier und Schriftführer des Polizei-Vereins, Adi Krchov, als „persönlicher Kriminalbeamter“. Am Mittwoch wird der „Vorzimmer-Sherriff“, wie sie ihn im Innenministerium nennen, als Zeuge im Horngacher-Prozess auftreten. Monatelang wurde gegen ihn ermittelt – erfolglos. „Der Adi ist ja net bled“, sagt ein Vertrauter. Im Gespräch mit dem Falter gibt Krchov zu, dass sich Vereinsmitglieder immer wieder hilfesuchend an ihn wandten: „Ich hab sie dann nur weitervermittelt.“
Die Welt des Adi Krchov kann man bei einem Rundgang in der Innenstadt erkunden. In der Tiefgarage am Hof (der Besitzer ist Vereinsmitglied) parken zum Beispiel nicht nur jene S-Klasse-Coupes, die sich der gefallene Polizeigeneral Roland Horngacher von Casino-Unternehmer Wolfgang U. ausleihen durfte – sondern auch ein Jaguar mit dem Kennzeichen KK 100. Der Wagen gehört Karin Krchov – und war „eine Okkasion“, wie Krchov sagt. Der Generaldirektor von Denzel habe seinen Vorführwagen um 40.000 Euro verkauft.
Krchov genießt erstaunlichen Luxus – und das „mit gutem Gewissen“, wie er sagt. 410.000 Euro „Mietzinsvorauszahlung“ hatte Krchov laut Grundbuch vor vier Jahren an eine Tochterfirma der Nationalbank (auch deren Vertreter sitzen im Verein der Polizeifreunde) bezahlt, damit er in den nächsten zwanzig Jahren in der Oppolzergasse 6 direkt über dem Landtmann leben kann. Woher ein kleiner
C-Beamter so viel Geld hat? Adolf Krchov sagt, er habe eine Reihenhaushälfte in der Vorstadt und zwei Spielzeuggeschäfte seiner Frau verkauft. Polizeipräsident Stiedl ergänzt: „Krchov hatte ja nicht viel Zeit, sein Geld auszugeben.“
Das stimmt. Krchov hat sich immer wieder Kuverts mit Gutscheinen von Elsner geholt. Das gibt er zu. In der Verschlussakte des Büros für Interne Angelegenheiten wird er mit der Aussage zitiert, dass Bawag-Vorstände die Kuverts mit den Worten „Danke“ zusteckten. Doch nicht nur notleidende Polizisten bekamen die edlen Gaben, sondern Krchov und seine Frau Gemahlin. Die beiden erholten sich im Fünf-Sterne Hotel auf Schloss Pichlarn, Golfplatz nebenan. Auch das gesteht Krchov ein. Detailliert beschreibt er in nächtlichen Verhören gegenüber der BIA, wie die „Geschenke“ übermittelt wurden: „Die Sekretärin vom Generaldirektor Elsner hat mich angerufen und mir mitgeteilt, dass die Gutscheine zum Abholen bereitliegen. Jedenfalls war es immer so, dass ich bei ihr im Büro vorbeikommen sollte, um die Gutscheine abzuholen. (…) Diese Gutscheine schenkte ich an Personen weiter, welche ich derzeit nicht nennen kann.“
Das war also „immer so“? Und warum will Krchov die Empfänger nicht nennen, wenn doch alles in Ordnung war? Wen schützt er vor Befragungen durch die Behörden?
Krchov klärt auf: „Die Gutscheine waren nur ein Geburtstagsgeschenk meines Jugendfreundes Elsner. Ich habe sogar ein persönliches Schreiben. Ich hab einige davon an private Bekannte, aber nicht an Beamte weitergegeben.“ Keineswegs seien sie Schmiergeld für niedrige Dienste gewesen. Den Rest werde er dem Gericht berichten. Elsner und Krchov seien in der Bawag oft und gerne „gesessen und haben Kaffee getrunken“, wie Krchov sagt. Im Protokoll der BIA wird er so zitiert: „Ich habe für die Vorstände, die oft mehrmals im Jahr Strafregisterauskünfte brauchen, dies beschleunigt abgewickelt.“ Nicht Vereinsmitglieder, sondern einen „Hausdiener der Polizei“ habe er geschickt, „um den Dienstweg zu verkürzen“. Krchov: „Ich habe lediglich gesagt, dass er sagen soll, dass er von Krchov kommt.“
„Sag, dass Du von Krchov kommst!“ – das war offenbar die Chiffre, mit der bei der Wiener Polizei manches schneller ging.
Der Weg ins Penthouse war Krchov nicht vorgegeben. Ganz unten hatte der Arbeitersohn in den Fünfzigern als Streifengendarm in Graz begonnen. Über seinen Schwiegervater lernte er den Schalterbeamten Elsner kennen. Noch heute, sagt Krchov, „kümmere ich mich um die Sorgen der Familie“. Etwa, wenn die Elsners eine Hundeschule suchen. Krchov stieg zum Stapo-Beamten auf, Abteilung Linksextremismus. Er knüpfte Kontakte zu Managern der Verstaatlichten, die im Osten Geschäfte machen wollten. 1971 landete er im Vorzimmer des Wiener Polizeipräsidenten Josef „I bin’s, dei Präsident“ Holaubek. Ein dem Falter namentlich bekannter Ministerialbeamter, der einst bei der Polizei arbeitete, erinnert sich noch heute mit Grauen an jene Zeit: „Krchov hat in den Achtziger- und Neunzigerjahren viel angeschoben. Er hatte gute Kontakte in die DDR. Papiere für Praterbordelle, Leumundszeugnissse, Waffenscheine – all das ist bei ihm schneller gegangen.“ Ein pensionierter Spitzenbeamter des Innenministeriums erzählt Ähnliches: „Er hatte gute Kontakte in den Prater. Ich hab die Augen geschlossen.“ Krchov bestreitet all diese Vorwürfe vehement: „Das sind Anwürfe der Neidgenossenschaft. Und Gerüchtemacher.“ Doch er erzählt, dass er „gute Kontakte“ zum „Club der Kaffeehäuser“ hatte – und zu Johann F. Graf, dem Gründer des Casino-Betreibers Novomatic. Das ist die Firma, deren Manager Roland Horngacher Coupés zur Verfügung stellte.
Polizeipräsidenten kamen und gingen. Adolf Krchov aber blieb bis heute mächtig – als Kassier des „Vereins der Freunde der Wiener Polizei“. Noch wird er hofiert – und gefürchtet. Polizeipräsident Peter Stiedl fuhr mit ihm nach Florida, China und Neuseeland, „privat“, wie Stiedl und Krchov betonen. Im Innenministerium nennen sie Krchov deshalb noch heute den „heimlichen Präsidenten“ und den „grauen Geist, vor dem alle zitterten“. Er repräsentiere genau jene Sitten, mit denen in Wien nun aufgeräumt werden müsste. Krchov aber sagt: „Ich war der Erste, der den Präsidenten morgens begrüßte und der Letzte, der ihn verabschiedete. Natürlich lernt man da viele wichtige Menschen kennen, die seine Nähe suchten. Aber in Wahrheit war ich nur ein kleiner Sekretär, der nicht einmal einen Akt anfordern konnte.“


In Zusammenhang mit den anderen derzeit aktuellen “Angelegenheiten” wie Menschenrechte,Asyl,Online-Hausdurchsuchung könnte man Angst bekommen.
Können heisst aber nicht sollen,
weiter so Herr Klenk.
Es sind derlei Aufdeckungen, die immer wieder beweisen, dass wir eine reine Scheindemokratie sind. Das Geld entscheidet wer du bist und was du darfst. Der Rechtsstaat ist eine einzige traurige Lächerlichkeit. Ein Bekannter von mir hat wegen des Anbaus von Hanf das Selbe Strafmaß erhalten wie der lieber Horngacher. Da fragt man sich doch wo die Gerechtigkeit bleibt…