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29. Aug 2007

Die verlorene Ehre

Es gibt ein paar Gesetze, die wir Journalisten auch aus Gründen der Ehre einhielten. Erstens: das Privatleben von Politikern ist tabu – soferne sie es nicht freiwillig an die Medienöffentlichkeit zerren. Zweitens: die Familienangehörigen von Politikern oder hohen politischen Beamten lassen wir in Ruhe – es sei denn, sie drängen mit korruptem Verhalten in die Medien. Drittens: in Gerichtsverfahren enthalten wir uns der Schuldfrage, weil wir vor allem die Laienrichter nicht beeinflussen wollen. Kdolsky, Kampusch, Strache, Elsner – in allen diesen Fällen wurden diese Gebote der Anständigkeit vergangene Woche verletzt. Das Schlimme daran: es verursacht Kollateralschäden. Plötzlich werden völlig unbeteiligte Privatleute ins Rampenlicht gezerrt, die sich nur die Nähe zu Politikern zu Schulden kommen haben lassen. Da kommt die betrogene Ehefrau des neuen Minister-Lovers mit Foto in “Österreich”. Da wird darüber spekuliert, mit wem es Straches Exfrau wann und wo trieb und wen Kampusch küsste. Und das Urteil Elsners wird sogar auf dem Titelblatt von profil diskutiert. Wir erleben eine schleichende Zerstörung des Ehrenkodex der Presse.

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  1. 29. August 2007, 03:27 | #1

    Dass die betrogene Ehefrau des Minister-Lovers in Österreich kommt, sei ihr unbenommen. (Ich hoffe für sie, dass sie das möglichst oft tut.) Doch wenn sie mit Foto kommt, dann wohl nicht in Österreich sondern bestenfalls in “Österreich”.
    Wenn eine Tageszeitung schon so heißen muss wie ein Land, dann bitte wenigstens in Anführungszeichen oder kursiv.
    Oder wie wärs mit einem Akronym, à la TAFKAP? TTCÖ – The tabloid called Österreich.

  2. Florian Klenk
    29. August 2007, 15:13 | #2

    Völlig richtig – und schon ausgebessert. Danke Helge

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