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Archiv für Mai 2007
16. Mai 2007

Zeigt her eure Zähne!

Horngacher, Elsner, Eurofighter, Visa: Korruptionsfahnder bekommen endlich politische Rückendeckung
Der einst so mächtige Polizeigeneral Roland Horngacher steht bald als Beschuldigter vor Gericht. Vergangene Woche gab die Staatsanwaltschaft bekannt, sie werde ihn wegen Amtsmissbrauchs, Geheimnisverrats und Bestechung anklagen. Wenn die Maßstäbe, die die Justiz nun in seinem Fall anwendet, auch in anderen Fällen gelten sollen, dann könnte das Wort “Polizeigefangenenhaus” eine neue Bedeutung erlangen.
Horngacher ist eine schillernde Figur. Als Chef der Wirtschaftspolizei hat er sich in vielen Fällen einen Ruf als fleißiger Ermittler erworben. In der Spitzelaffäre war er so hartnäckig, dass ihn die Staatsanwälte bremsen mussten. Er war ein besessener Workaholic, einer, den der Wiener Bürgermeister und die schwarzen Innenminister zum Polizeichef adeln wollten. Heute ist der Suspendierte bei der Polizei so beliebt wie Helmut Elsner in Kärnten.
Fehlende Kontrolle durch verhaberte Polizeireporter und willfährige Richter taten dem Grenzgänger nicht gut – er hob ab, versetzte kritische Mitarbeiter, gefiel sich in der Rolle des “Afrikanerjägers” und Kriegsstrategen.

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15. Mai 2007

Über Tiere II

“Über Tiere”, jenes Stück, das Elfriede Jelinek auf Basis meiner Recherchen über den Wiener Frauenhandel schrieb (siehe unten), wurde von der Kritik gefeiert. Im Schweizer Fernsehen gabs einen netten Bericht, der ist hier zu sehen. Und ein Interview Jelineks im Falter – ist hier zu lesen.

01. Mai 2007

Über Tiere

Kommenden Freitag hat Elfriede Jelineks Stück “Über Tiere” (hier auf ihrer Webpage nachzulesen) im Kasino des Burgtheaters Premiere. Ruedi Häusermann führt die Regie. Das Stück der Literaturnobelpreisträgerin wurde durch eine Reportage inspiriert, die ich für den Falter über den Wiener Frauenhandel schrieb. Grundlage des Textes waren polizeiliche Überwachungsprotokolle einer noblen Wiener Escort-Agentur, die ich Elfriede Jelinek anonymisiert zur Verfügung gestellt hatte. Aus gegebenem Anlass, hier noch einmal die Reportage. Besagter Frauenhändler Franz H. wurde mittlerweile zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Freier wurden nicht belangt.
„Einfach hinklatschen“

Erst drohen sie, ihnen die Beine zu brechen, dann vermitteln sie minderjährige Mädchen als „Penthouse Pets“ an Staranwälte, Manager und Diplomaten. Ein Lauschangriff auf eine noble Wiener Begleitagentur zeigt, wie osteuropäische Mädchen in die Betten betuchter Herren geliefert werden.

Falter 34/2005 vom 24.8.2005
Der prominente US-Anwalt zum Beispiel. Beklagte tagsüber vor Journalisten und Politikern das Unrecht dieser Welt. Abends ließ er sich und seinem prominenten Mandanten ein paar Mädchen ins Intercontinental liefern. An die Zimmertür klopft Inga. Schülerin aus Litauen, 17 Jahre alt.
Oder der Mann von McKinsey. Er rief an, weil er eine „süße, kleine Stute“ suchte. Um „einfach Spaß zu haben und einfach mal hinzuklatschen“, wie er es nennt.
Ein Uniprofessor aus den USA meldete sich, weil er eine „Jungfrau“ in Anwesenheit ihrer Schwester „richtig durchficken“ wollte. 15 Jahre sollte sie alt sein. 4000 Euro würde er dafür bezahlen.
Ein Mitarbeiter der saudiarabischen Botschaft in Wien begehrte eine 19-jährige Jungfrau zu „buchen“. „Die hab ich zum Versteigern unten“, bedauerte der Mann am anderen Ende der Leitung. Unten, in den Emiraten.
Ein Geschäftsmann aus Paris

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