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25. Feb 2007

Verstörendes aus Wien

Henrik M. Broder, streitbarer Publizist und einer der schärfsten Kritiker der Islamisten, hat ein Buch mit dem Titel “Hurra, wir kapitulieren!” geschrieben. Broder, ein Spiegel-Autor, ist der Meinung, dass die westliche, offene Gesellschaft vor islamistischen Scharfmachern einknickt. Vieles, was er in diesem Buch und öffentlich behauptet ist zugespitzt, polemisch und für mich stellenweise unerträglich. Doch ein Publizist wie Broder muss in Wien sein Buch präsentieren können, ohne dass es im Hintergrund heftige – und letztlich erfolgreiche – Interventionen seitens der Islamischen Glaubensgemeinschaft gibt. Auf dem Weblog “Die Jüdische” , beschreibt nun ein Augenzeuge, wie sich ein Vertreter der Islamischen Glaubensgemeinschaft auf das Podium intervenieren wollte – und wie er aus einer Buchpräsentation eine Podiumsdiskussion machen wollte. Es wäre schön gewesen, wenn dieser islamische Funktionäre auch so energisch gegen den angeblich liberalen Prediger Adnan Ibrahim vorgegangen wäre. Kürzlich wurde bekannt, dass der Scheich aus Gaza, der im zweiten Bezirk predigt, nicht nur “Mischehen” zwischen Muslimen und “Ungläubigen” verdammt, sondern dass er auch zur Unterstützung der Terroristen von Hamas und Hisbollah aufrief.
Im Fall Broder hatten die Interventionen offenbar Erfolg. Die Bibliotheksverwaltung in Penzing (sie untersteht der Stadt Wien) wurde von der Stadtverwaltung gedrängt, den muslimischen Vertreter aufs Podium zu lassen – gab aber nicht nach.
Noch eine Meldung irritiert. Der selbsternannte Wiener “Oberrabbiner” Moshe Friedman (hier ein Portät aus der Süddeutschen Zeitung) wurde aus der Jüdischen Gemeinde ausgeschlossen. Völlig zu Recht: den Friedman fuhr zum iranischen Präsidenten, schüttelte ihm bei der sogenannten “Holocaust-Konferenz” die Hand und redete den Massenmord an den Juden klein. Friedman ist ein Antizionist, er zeigte sich mit dem blauen Holocaust-Verharmloser John Gudenus und Ewald “wir wurden 1945 nicht befreit” Stadler. Dass die Jüdische Gemeinde solche Figuren nicht will, ist daher völlig verständlich. Verstörend ist aber, dass auch Friedmans Kinder von der Jüdischen Schule in Wien verwiesen wurden. Und zwar -laut Standard – nicht, weil sie sich schlecht benommen hätten, sondern weil ihr Vater, der seine Familie im Holocaust verloren hatte, unerträgliches Zeug von sich gibt. Ein falsches Signal: gerade auch mit den Kindern so eines “Rabbiners” sollte sich eine Schule sehr intensiv auseinandersetzen – damit sie die Wahrheit über den Holocaust lernen und nicht nur auf ihren Vater angewiesen sind.

Kategorien: Schnelle Glossen
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