Milder Richter, linke Ideen
Der unverbesserliche britische Holocaust-Leugner David Irving ist also frei. Seine Strafe wurde um ein Drittel reduziert. Dann durfte er - obwohl er auch in Haft stur an seinen Thesen festhielt – nach Hause: wegen guter Führung sozusagen.
Das politische Urteil eines rechten Richters? Nicht ganz. Der Berufungssenat unter Vorsitz des berüchtigten Hofrat Ernest Maurer folgt endlich den Forderungen, die fortschrittliche Strafrechtler seit Jahren stellen. Um das zunehmende Gedränge in Österreichs Gefängnissen zu reduzieren, appellieren Experten, ausländische Strolche nach der Hälfte der Strafe bedingt zu entlassen – und in ihre Heimatländer abzuschieben. Das spare Kosten und Leid. Doch ihr Appell wurde nie erhöht. Im Gegenteil. Das strenge Oberlandesgericht hielt von solch gutmenschlicher Milde bisher wenig. Wer vor dieses Berufungsgericht im Justizpalast zog, riskierte nur, noch länger eingesperrt zu werden.
Nun also die Trendwende ausgerechnet im Fall Irving. Es darf wohl angenommen werden, dass den georgischen Dieben und nigerianischen Dealern demnächst von Richter Maurer ähnlich aufgeklärte Milde entgegenschlägt. Sonst könnte noch einer behaupten, dieser Hofrat sei ein politischer Richter, der nur rechten Narren Freiheit geben will. (für DIE ZEIT)
Der unverbesserliche britische Holocaust-Leugner David Irving ist also frei. Seine Strafe wurde um ein Drittel reduziert. Dann durfte er - obwohl er auch in Haft stur an seinen Thesen festhielt – nach Hause: wegen guter Führung sozusagen.
Das politische Urteil eines rechten Richters? Nicht ganz. Der Berufungssenat unter Vorsitz des berüchtigten Hofrat Ernest Maurer folgt endlich den Forderungen, die fortschrittliche Strafrechtler seit Jahren stellen. Um das zunehmende Gedränge in Österreichs Gefängnissen zu reduzieren, appellieren Experten, ausländische Strolche nach der Hälfte der Strafe bedingt zu entlassen – und in ihre Heimatländer abzuschieben. Das spare Kosten und Leid. Doch ihr Appell wurde nie erhöht. Im Gegenteil. Das strenge Oberlandesgericht hielt von solch gutmenschlicher Milde bisher wenig. Wer vor dieses Berufungsgericht im Justizpalast zog, riskierte nur, noch länger eingesperrt zu werden.
Nun also die Trendwende ausgerechnet im Fall Irving. Es darf wohl angenommen werden, dass den georgischen Dieben und nigerianischen Dealern demnächst von Richter Maurer ähnlich aufgeklärte Milde entgegenschlägt. Sonst könnte noch einer behaupten, dieser Hofrat sei ein politischer Richter, der nur rechten Narren Freiheit geben will. (für DIE ZEIT)

Kommentare
Oho, sonst immer so korrekt und dann plötzlich solch billige Stereotypen:
"[...] georgischen Dieben und nigerianischen Dealern [...]"
Hannes Sachsenhofer • 03.01.07 11:15
Wieso "billige stereotypen"? Das sind nun mal jene Delinquenten, die am härtesten und öftesten bestraft werden - und die kaum Gnade auf vorzeitige Entlassung haben.
Klenk • 25.01.07 11:55