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Archiv für November 2006
29. Nov 2006

Hirsche und Wölfe

In Jugendgefängnissen herrscht eine brutale Hierarchie. Vor allem die kleinen Kriminellen müssen um ihre Sicherheit bangen – und manchmal verlieren sie ihr Leben. Eine Reportage aus der Justizvollzugsanstalt Herford. (für DIE ZEIT)

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(Fotos: Florian Klenk)
Wenn das Leben in Freiheit im Chaos versinkt, dann muss wenigstens hier in der Zelle Ordnung herrschen. Und so schimpft Michael K. mit seiner Sozialarbeiterin, weil die gerade die Fußmatte an seiner Zellentür ein Stückchen verrückt hat. Das hier, so signalisiert der blasse, dickliche Häftling, ist sein Raum. Der einzige Ort, den er noch unter seiner Kontrolle hat. An der Wand hängen die Fotos von Tochter und Freundin. Beide wird er wohl nie wiedersehen, denn das Gericht hat eine »Kontaktsperre« zum Kind verfügt. Und die Freundin wird ihn auch nicht mehr treffen. Er hat sie mehrmals vergewaltigt. Da war er siebzehn.
Hier, in der »Behandlungsabteilung« des Jugendknastes im nordrhein-westfälischen Herford, sollen gefährliche Häftlinge wie Michael K. nun ihre »Gewaltfantasien auseinander nehmen«, wie das die Sozialarbeiterin nennt. Zuvor, sagt die Beamtin, müssten sie jedoch erst lernen, sich sprachlich auszudrücken. Viele seien »de facto« Analphabeten, und wo normalerweise Werte und Normen verankert seien, »befindet sich nur ein Loch«. Als Sexualstraftäter steht Michael K. auch in der Gefängnishierarchie ganz unten. Und er selbst sagt, »dass mir auch mal etwas passieren könnte«. Er kennt ja den Fall von Hermann H. Vorvergangene Woche wurde der 20-jährige Häftling in der Justizvollzugsanstalt Siegburg von Mitgefangenen nach einem zwölfstündigen Martyrium ermordet.
Anders als Hermann H. lebt Michael K. hier im »Wohngruppenvollzug«. Nachts schläft er in der Einzelzelle, für die er einen eigenen Schlüssel besitzt. Gewalt zwischen Mithäftlingen ist hier kein Problem. Wenn ihn der Hunger plagt, kocht er in der Küche, und er darf dabei sogar das große Messer verwenden.
Eigentlich sollten alle Strafhäftlinge so untergebracht sein. Doch das will

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26. Nov 2006

Das globalisierte Kinderzimmer

Zur politischen Diskussion nach Emsdetten
(für Deutschlandradio)
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Zwei Pistolen, ein Gewehr, über ein Dutzend Rohrbomben, Molotowcocktails, im Auto eine Machete – und sogar im Elternhaus jede Menge Sprengstoff. Der 18-jährige Amokläufer von Emsdetten verfügte über ein erstaunliches Arsenal. Von einer “neuen Qualität der Brutalität”, spricht da etwa Konrad Freiberg, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei. Und nicht nur die Exekutive stellt sich die Frage, wie es denn möglich ist, dass sich ein Heranwachsender trotz strengster Waffengesetze so aufmunitionieren konnte.
Wie also war es möglich?

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21. Nov 2006

Unter Kontrolle

Seltsam. Vergangene Woche planten angeblich sechs Terroristen in Frankfurt ein israelisches Flugzeug in die Luft zu sprengen – und nur einen Tag nach Auffliegen des Komplotts sind die Täter wieder auf freiem Fuß, weil man in ihren Wohnungen keine weiteren Beweise gefunden hatte. Im März 2003 war in Deutschland Ähnliches zu beobachten. Ein Tunesier wurde unter großem Medienwirbel verhaftet, weil er Anschläge gegen jüdische und US-Einrichtungen plante. Vor Gericht konnte ihm nichts nachgewiesen werden. Verdächtig still geworden ist es auch um jene mutmasslichen Terroristen in London, die mit Flüssigbomben einen der größten Anschläge geplant haben sollen, und denen wir nun diese Plastikbeutel am Flughafen zu verdanken haben. Auch da wurden Beschuldigte gleich wieder frei gelassen.
Es gibt zwei Erklärungen für solche Widersprüche. Variante eins: die Polizeibehörden vermarkten hin und wieder das Stammtischgeschwätz einiger Islamisten als »terroristische Bedrohung«, um mehr Aufmerksamkeit, Personal und Rechte zu bekommen. Das Beruhigende daran: viele der »Terroristen« wären in Wahrheit nur Maulhelden.
Die zweite Variante spricht für die Professionalisierung der Polizeibehörden. Islamistischer Terror – und den gibt es auch hier: siehe Kofferbomber – kann mittlerweile sehr wohl bekämpft werden. Nachweislich verhindert wurden: ein Bombenanschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt, ein Attentat auf das jüdische Zentren in Berlin, sowie das Mordkomplott gegen den irakischen Premierminister Allawi während seines Deutschlandbesuches. Und wenn schnell zugegriffen werden muss – und deshalb die Beweissicherung leidet –reagiert die kontrollierende Justiz auf diesen Umstand rechtsstaatlich gelassen mit Freisprüchen und Freilassungen. Der unter Protesten aufgerüstete Staat rettet momentan tatsächlich Leben und er wahrt dabei seine Prinzipien.

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20. Nov 2006

Gespräch mit einem Wiener Bankräuber

(aufgezeichnet in einem Wiener Café, nachdem er aus dem Gefängnis kam)
“Wie es zu dem Bankraub kam? Ich will es gerne erzählen. Ich bin kein Monster, sondern einer von euch. Ich bitte lediglich, meinen Namen anonym zu halten. Ich habe mir eine neue Existenz aufgebaut.
Ich hatte Schulden, wollte Selbstmord begehen. Die Pistole hielt ich schon im Mund, der war voll Wasser, damit der Kopf richtig explodiert. Ich habe die Pistole waschelnass rausgezogen. Ich entschied mich für sozialen Selbstmord, habe mir einen Leihwagen genommen, die Waffe entleert, Platzpatronen reingelegt. Ich wollte niemanden umbringen. Wäre die Polizei gekommen, hätte ich auf die Beamten gezielt und mich erschießen lassen.
Ich glaube, die Idee, eine Bank zu überfallen, schlummert in jedem. Die Durchführung ist ja relativ einfach. Raub ist eines der dümmsten Verbrechen. Sie brauchen keine Vorbereitung, Sie halten eine Waffe hin und kriegen Geld dafür. Es ist ein Verbrechen, bei dem man sein Gesicht nicht zeigt. Man geht maskiert rein, es gibt keinen Bezug zum Täter, und die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, ist gering. Doch man löst eine Großfahndung aus, wird im Fernsehen gezeigt, und auf einmal sucht dich ganz Wien. Es ist ein schmerzloses Verbrechen. Ein Trafikant würde um seinen Umsatz kämpfen. Die Kassiere sind geschult darauf, das Geld herzugeben. Ich habe versucht, es so schonend wie möglich zu machen. Ich war bei meinem Überfall höflich. Ich habe niemanden geschlagen. Ich habe eine laute Stimme und rief nur: „Niederlegen, niederlegen, kein Alarm, kein Alarm!“ Sie können sich den Film der Überwachungskamera anschauen. Sie können meinen Akt lesen. Ich habe mich entschuldigt bei den Opfern.
Wie man es macht? Man geht hundert Mal hin, man fährt hundert Mal vorbei. Ich bin in der Telefonzelle neben der Bank gestanden und habe beobachtet. Es sollten möglichst wenig Leute drinnen sein, um das Risiko gering zu halten. Wenn man hineingeht, steht man neben sich selbst. Man schaut sich selbst zu. Wenn man rausgeht, verschwimmen Realität und Fiktion. Ich hatte Tina Turners „You ’re simply the best“ im Ohr. Das war ein unheimlicher Kick. Zwei, drei Stunden nachher haben die Glücksgefühlshormone nachgelassen. Ich habe mich übergeben. Es war so ein Schwanken zwischen „Ich hab mein Leben ruiniert“ und „Ich habe es geschafft, ich kann alles bezahlen. Das machst du nie wieder.“ Ich habe den Fehler gemacht, es noch mal zu tun. Wenn man eine Hemmschwelle überschritten hat, dann probiert man es noch einmal. Es funktioniert ja. Es dauert vierzig Sekunden, und du hast das Geld.
In meiner Familie war ich das weiße Schaf. Ich war Bankkassier und wurde selbst überfallen. Der Täter ist damals davongekommen. Nachher war ich Marktschreier, habe Gemüsehobel verkauft, ein so genannter „Propagandist“. Es ist ein Beruf, bei dem du schreien musst. Er gibt dir das Gefühl, jemand zu sein. Du stehst am Pult, du beeinflusst die Menschen, du bringst die Menschen dazu, Dinge zu tun, die sie sonst nicht tun würden. Das löst in dir ein Machtgefühl aus. Das war eine erstaunliche Erfahrung, jeden mit brutalen, aber auch einfachen Methoden wohin lenken zu können.
Beruflich war ich zunächst erfolgreich. Ich hatte 200 Leute unter mir. Sie sahen mich als Gott. Ich verdiente manchmal 150.000 Schilling. Es war ein sozialer Aufstieg. Ich kam ins Fernsehen. Ich wurde angehimmelt. Ich war wichtig. Ich verspürte plötzlich einen Druck, glaubte, anderen Geschenke machen zu müssen. Goldene Feuerzeuge, goldene Kugelschreiber. Die Mama wollte einen Fernseher, der Bruder die Miete, die Frau neue Schuhe. Es waren kleine Beträge, doch sie summierten sich. Ich konnte es mir leisten. Als ich meinen Job verlor, weil ich zu teuer war, ist alles zusammengebrochen. Es war eine vernichtende Niederlage. Die Schulden hatten sich angehäuft. Ich versuchte mich selbstständig zu machen. Ich musste Geschäfte vorfinanzieren. Ich wollte Küchenmaschinen verkaufen. Ich musste die Kunden auf Busfahrten einladen und Provisionen bezahlen. Mir fehlte viel Geld. Alles wuchs mir über den Kopf.
Ein Bankräuber ist wie ein Skispringer, der sich abstößt. Da stehst du jetzt in der Anlaufspur, und es geht nicht mehr anders. Ich war erstaunt von meiner Reaktion. Ich habe einem Pensionisten, der mich beim Überfall angegriffen und gesagt hat: „Bub, mach keinen Blödsinn“, mit der Pistole auf den Kopf gezielt. Es sieht im Video brutaler aus. Oder? Es lief bei mir ein eigener Film. Das erzählten auch die anderen Bankräuber, die ich im Gefängnis kennen gelernt habe. Ich habe schon vor dem Überfall meinen Videorecorder programmiert, damit ich das Fahndungsvideo sehen kann. Ich wurde in „Aktenzeichen XY“ gezeigt. Man sah mein Gesicht, weil ich die Strumpfmaske in der Bank zu spät aufgesetzt hatte. Dann haben Verwandte bei der Polizei angerufen und gesagt, den kenne ich.
Viele dachten, ich sei ein Monster. Aber ich bin kein Monster. Ich habe nur etwas nach außen getragen, was in vielen steckt. Ich will nichts beschönigen, ich will kein Mitleid. Ich habe damals keine andere Lösung gesehen. Ich habe sieben Jahre bekommen.
Ich saß in Stein. Als Kinderschänder fliegst du dort die Stiegen runter, aber als Bankräuber wirst du respektiert. Die Leute wollen Informationen haben, wie es geht. Ich war der so genannte Zellenvater. Es ging mir, den Umständen entsprechend, nicht schlecht. Im Winter war mir saukalt. Man hat ja keine privaten Sachen. Man trägt nur Trainingsanzüge. Das ist die Uniform der Häftlinge. Alles Private wird deponiert und mit Mottenmitteln eingesprüht.
Nach sechs Jahren kam der Anruf: Jetzt gehen Sie, und regeln Sie Ihr Leben! Ein Wahnsinn. Sie müssen sich ja vorstellen, dass Sie im Gefängnis völlig entmündigt werden. Das Gefängnis ist eine Entmündigungsanstalt. Man wäscht Ihnen die Wäsche, man sperrt hinter Ihnen zu. Plötzlich kommst du raus. Viele saufen im ersten Überschwang ein Bier. Ich hatte etwas mehr als 1200 Euro, und ich hab mir geschworen: „Am Tag deiner Entlassung trinkst du nur ein Cola und bleibst zu Hause.“ Daran hab ich mich bis heute gehalten. Ich hatte endlich wieder ein Frühstück. Sie müssen wissen, in Stein gibt es kein gutes Frühstück.“

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11. Nov 2006

Monolog des modernen Spießers

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(Foto: Reinhard Pickl-Herk/ Madeira)
(aufgezeichnet für die Spießer-Serie auf ZEIT.de)
Abends, bevor ich das Notebook ausschalte, leere ich den elektronischen Mülleimer. Wenn ich morgens aufwache, plagt mich schlechtes Gewissen, weil ich zu lange schlafe. Draußen wirbeln da meist schon die Schulkinder herum! Ich öffne nur die Türe und nehme die Zeitung von der Matte. Manchmal liegt die FAZ aber auf dem nassen Bürgersteig. Dann erwäge ich, die Abonnementbeschwerdestelle anzurufen. Ich zahle schließlich für mein Abo und habe daher auch Rechte. Ich lese die Zeitung stets nach demselben Muster. Dann lege ich sie – nach Datum aufsteigend geordnet – zu den bereits ausgelesenen Exemplaren. Wer meine Zeitung durcheinander bringt oder gar auseinander nimmt, hat ein Problem. Wenn mir ein Artikel zu unsachlich ist, schreibe ich mal einen Leserbrief unter fremdem Namen und weise darauf hin.
Ich frühstücke morgens ein weiches Ei, das exakt fünf Minuten kocht. Ich durchschlage es mit einem Messer und lächle dabei. Dazu höre ich Deutschlandfunk. Manchmal sage ich „Carpe Diem“ zu mir. Muss ich früh aufstehen, schlüpfe ich morgens in Kleidung, die ich abends schon zurechtgelegt habe. Meine Hemden bügle ich selbst. Wenn ich sie gefaltet habe, bügle ich noch einmal sorgsam über die Brustseite, damit eine schöne Falte entsteht. Gehe ich auf Reisen, so nehme ich meinen schicken Designrollenkoffer von „Mandarina Duck“, mit dem Extrafach für Anzüge. Der Koffer verfügt über einen integrierten Kleiderhaken und einen Hosenrollbügel aus Schaumstoff. So sieht mein Anzug auch nach einer langen Reise noch prima aus.
Wenn ich mit der S-Bahn zur Arbeit fahre,

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10. Nov 2006

Tief im Osten

Mädchen schlagen einen Wehrlosen halbtot. Junge Polen werden mit Motorradketten verprügelt. Pro Tag registriert die Polizei in Ostdeutschland dreißig rechtsradikale Übergriffe. Dirk Wilking hat dennoch keine Angst – ganz im Gegenteil.
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Ob Deutschland in der Krise steckt? Man kann, um eine Antwort auf diese Frage zu bekommen, zum Beispiel mit dem Kommunenberater Dirk Wilking in die Städte, Dörfer und Wälder Ostbrandenburgs bereisen. Als „No-Go-Area“ wurde diese Gegend im Frühjahr vom ehemaligen Regierungssprecher Gerhard Schröders, Uwe-Karsten Heye, bezeichnet. Ausländer, so hielt der Sprecher der Plattform „Gesicht zeigen!“ fest, könnten sie nicht betreten, ohne ihr Leben zu riskieren. „Als ob das hier der Irak wäre!“, sagt Wilking und lacht.
Der Mann hat Humor und keine Angst, im Gegenteil: er ist Mitarbeiter des „Mobilen Beratungsteams“, einer Art McKinsey für die Demokratisierung ostdeutscher Kommunen. Wenn Bürgermeister mit einem Problem nicht mehr fertig werden, dann rufen sie sein Team zu Hilfe. So kommt der geborene Rheinländer viel herum in Ostdeutschland, er kennt die Kneipen der Neonazis und er kennt die Namen der Straftäter in den Plattenbauten. Und so kann Dirk Wilking einiges erzählen über die Zustände hier in Cottbus, einer typischen Kleinstadt in Brandenburg:

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07. Nov 2006

Recht, nicht Vergeltung

Warum der Schlächter Saddam Hussein nicht gehenkt werden darf
Drei Tage vor den US-Wahlen wurde Saddam Hussein von irakischen Richtern zum Tode verurteilt. Niemand sollte mit ihm Mitleid haben. Er, der Hunderttausende vergast und gefoltert hat, darf dennoch nicht durch Menschenhand sterben. Seine Hinrichtung wäre kein »Meilenstein bei den Bemühungen des irakischen Volks, die Herrschaft eines Tyrannen durch die Herrschaft des Gesetzes zu ersetzen«, wie George W. Bush es nennt.
Es geht nämlich – wie bei der Folterdebatte – um mühsam errungene Prinzipien: um die Würde des Menschen und um ein junges, völkerrechtliches Modell, die Weltstrafgerichtsbarkeit. Es sieht für Tyrannen Recht und Menschenrechte und nicht Vergeltung und Tod vor. Diktatoren sollten – wenn ein fairer Prozess in ihrer Heimat nicht möglich ist – vor ein internationales Gericht treten. Es war ein langer, vor allem auch von den USA eingeleiteter Lernprozess. In Nürnberg wurde demonstriert, dass Tyrannen nirgendwo mehr sicher sein können – und dass sie sich nicht auf ihr eigenes unrechtes Recht berufen können. Viele Nazis wurden noch hingerichtet. Aber schon das Jugoslawien- und Ruanda-Tribunal (beide auf Druck der USA eingerichtet) und der Internationale Strafgerichtshof der UN (von den USA boykottiert) zeigten, dass man auch Schlächtern ohne Todesstrafe (die in den USA geltendes Recht ist) beikommen kann. Nun also eine Abkehr vom Weltstrafrecht. Sie wird auch den Opfern schaden. Denn sorgfältig vorbereitete Prozesse dienen ja nicht nur der Bestrafung von Tyrannen, sondern vor allem der Dokumentation ihres Unrechts. Und am Ende heißt es auch hier: »Haftende: der Tod«. Nur tritt er auf natürliche Art ein.

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02. Nov 2006

Ein tödliches Verhör

Hier ein interessanter Artikel über Folter in US-Gefängnissen aus dem New Yorker

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