"Kommen wir zur Zukunft"
...was Veit Schalle genau über die Nazizeit sagte
Dem Falter entnehme ich, dass Veit Schalle (BZÖ) erwägt, das profil zu klagen. Schalle, Kandidat einer Partei, die in Österreich in der Regierung sitzt, hatte im Gespräch mit profil-Redakteur Otmar Lahodynsky das Wirtschaftsprogramm der Nazis ja als „beeindruckend“ bezeichnet. Interessant ist die genaue, nicht redigierte Abschrift des profil-Interviews. Sie zeigt, wie der Pressesprecher Schalles vom heiklen Thema wegkommen wollte – und wie Schalle dennoch über die Nazizeit schwadronierte. Hier das Originalprotokoll des profil-Interviews:
Profil: Aus der FPÖ habe ich gehört, Ihr Vater oder Stiefvater soll Mitglied der NSDAP gewesen sein. War das Ihnen bekannt?
Schalle: Der Stiefvater war gar nicht im Krieg, weil er so kursichtig war, dass er nichts gesehen hat. Der vater war im Arbeitsdienst, wie es damals üblich war und dann im Krieg. Ich habe ihn zwar irgendwann einmal gefragt wie das war. Du bist Zeitzeuge. Wie ist des? Du, hat er gesagt, die haben alle leicht reden. Ich habe mich nicht einmal getraut, meinen Freund zu fragen, dann bist du standrechtlich erschossen worden. Da hat keiner dem anderen getraut.
Pressesprecher: Nur mehr Vergangenheit, das gefällt mir jetzt nicht so sehr. Es heißt Bündnis Zukunft Österreich.
Profil: Nur ein klärendes Wort. Die FPÖ war oft im Verruf, eine gewisse Nähe zur NS-Ideologie zu haben, eine gewisse Tendenz, diese zu verharmlosen. Sie erinnern sich an die Aussprüche von Jörg Haider.
Schalle: Ich glaube, dass man da nicht alle in einen Topf schmeißen darf, dass es solche und solche gegeben hat.
Profil: Generell, Finden Sie an der NS-Ideologie auch etwas positives?
Schalle: Ich weiß schon, wohin Sie wollen. Da kann man aber nichts Positives dran finden, wenn man nur die schlechten Sachen von dort nimmt. Wenn einer dafür ist, dass man die Leute umbringt, da braucht man gar nicht weiter zu diskutieren.
Profil: Herr Haider hat aber positive Sachen gefunden, siehe Beschäftigungspolitik.
Pressessprecher: Das ist 20 Jahre her. Das wurde in einem bestimmten Zusammenhang so gesagt.
Schalle: Was natürlich schon beeindruckend war, was die trotzdem für ein Wirtschaftsprogramm aufgestellt haben. Das kann man sich aus heutiger Sicht gar nicht vorstellen.
Aber mit Zwang geht’s wahrscheinlich nicht. Das kann kein Vorbild sein.
Profil: Sie meinen die Autobahnen?
Pressesprecher: Jetzt kommen wir endlich in die Zukunft....
...was Veit Schalle genau über die Nazizeit sagte
Dem Falter entnehme ich, dass Veit Schalle (BZÖ) erwägt, das profil zu klagen. Schalle, Kandidat einer Partei, die in Österreich in der Regierung sitzt, hatte im Gespräch mit profil-Redakteur Otmar Lahodynsky das Wirtschaftsprogramm der Nazis ja als „beeindruckend“ bezeichnet. Interessant ist die genaue, nicht redigierte Abschrift des profil-Interviews. Sie zeigt, wie der Pressesprecher Schalles vom heiklen Thema wegkommen wollte – und wie Schalle dennoch über die Nazizeit schwadronierte. Hier das Originalprotokoll des profil-Interviews:
Profil: Aus der FPÖ habe ich gehört, Ihr Vater oder Stiefvater soll Mitglied der NSDAP gewesen sein. War das Ihnen bekannt?
Schalle: Der Stiefvater war gar nicht im Krieg, weil er so kursichtig war, dass er nichts gesehen hat. Der vater war im Arbeitsdienst, wie es damals üblich war und dann im Krieg. Ich habe ihn zwar irgendwann einmal gefragt wie das war. Du bist Zeitzeuge. Wie ist des? Du, hat er gesagt, die haben alle leicht reden. Ich habe mich nicht einmal getraut, meinen Freund zu fragen, dann bist du standrechtlich erschossen worden. Da hat keiner dem anderen getraut.
Pressesprecher: Nur mehr Vergangenheit, das gefällt mir jetzt nicht so sehr. Es heißt Bündnis Zukunft Österreich.
Profil: Nur ein klärendes Wort. Die FPÖ war oft im Verruf, eine gewisse Nähe zur NS-Ideologie zu haben, eine gewisse Tendenz, diese zu verharmlosen. Sie erinnern sich an die Aussprüche von Jörg Haider.
Schalle: Ich glaube, dass man da nicht alle in einen Topf schmeißen darf, dass es solche und solche gegeben hat.
Profil: Generell, Finden Sie an der NS-Ideologie auch etwas positives?
Schalle: Ich weiß schon, wohin Sie wollen. Da kann man aber nichts Positives dran finden, wenn man nur die schlechten Sachen von dort nimmt. Wenn einer dafür ist, dass man die Leute umbringt, da braucht man gar nicht weiter zu diskutieren.
Profil: Herr Haider hat aber positive Sachen gefunden, siehe Beschäftigungspolitik.
Pressessprecher: Das ist 20 Jahre her. Das wurde in einem bestimmten Zusammenhang so gesagt.
Schalle: Was natürlich schon beeindruckend war, was die trotzdem für ein Wirtschaftsprogramm aufgestellt haben. Das kann man sich aus heutiger Sicht gar nicht vorstellen.
Aber mit Zwang geht’s wahrscheinlich nicht. Das kann kein Vorbild sein.
Profil: Sie meinen die Autobahnen?
Pressesprecher: Jetzt kommen wir endlich in die Zukunft....


Kommentare
Haha, trotz Gouvernante läßt sich Schalle nicht vom RECHTEN Weg abbringen...
David Haardt • 21.09.06 22:36
Nun, es wird nicht besser :D
Tom Schaffer • 22.09.06 01:00
danke!
ma weiss wirklich nicht ob man lachen oder weinen soll angesichts dieser doch recht inferioren doppelconference...
t3 • 22.09.06 13:32