Mohammed & das Schwert
Nein, ich bin kein besonderer Freund des Papstes. Und vermutlich hätte er seine Worte auch bedächtiger wählen können. Doch die Reaktionen der muslimischen Welt zeigen, dass er so falsch nicht liegt. Man darf Mohammed nicht kritisieren und auch nicht verspotten – ohne Gefahr zu laufen, von fanatischen Muslimen unter Druck gesetzt oder mit dem Tode bedroht zu werden. Dabei nehmen sich selbst die höchsten islamischen Würdenträger kein Blatt vor den Mund, wenn es gegen Ungläubige geht. Auf www.memri.org kann man das immer wieder schön nachlesen. Irgendwie gehen mir diese religiösen Fanatiker allesamt auf die Nerven. Weniger Gott in der politischen Arena, das würde dem Weltfrieden gewiss nicht schaden.


Herr Klenk,
> Irgendwie gehen mir diese religiösen Fanatiker allesamt
> auf die Nerven. Weniger Gott in der politischen Arena,
> das würde dem Weltfrieden gewiss nicht schaden.
speziell diesen letzten zwei Sätzen Ihres Beitrags kann ich vollinhaltlich zustimmen. Ich bekomme Lust, das umstrittene Alterswerk der kürzlich verstorbenen Oriana Fallaci wieder zu lesen.
Vielen Dank für Ihren Blog,
Werner Berghofer.
Auf den Papst angesprochen sagte Karen Hughes, George Bushs Staatssekretärin für Public Diplomacy, gestern: „Mit der Redefreiheit kommt auch die Verantwortung, sie weise einzusetzen.“ Das haben die Europäer anscheinend nicht wirklich kapiert. Schon beim Karikaturen-Streit sind die Amerikaner am Rand gestanden und haben mit dem Kopf geschüttelt. Wir machen uns gern lustig über ihre scheinbar übertriebene Political Correctness – wenn etwa diskutiert wird, ob es diskriminierend ist, Christbäume aufzustellen. Tatsache ist, dass in den USA das multikulturelle Zusammenleben um mehrere Hausecken besser funktioniert als bei uns – ohne, dass dafür Kompromisse bei der Meinungsfreiheit nötig wären. Man muss nur ein bisschen schlauer damit umgehen.
dennoch darf man, denke ich, die worte des papstes nicht einfach aus dem kontext gerissen analysieren: es geht um die gesamtsituation. das christliche oberhaupt verurteilt öffentlich eine andere religion (und zwar bewusst, unterstelle ich mal) – in einer sehr aufgeheizten zeit, in der eine solche bemerkung (ungerechtfertigt, mag sein, aber vorhersehbar) aggressivität hervorruft… sicher: weniger religion in der politischen arena wäre sehr wünschenswert – aber bei dieser “christentum vs. islam”-geschichte gehts doch überhaupt nicht um religion, sondern um viel komplexere, teils hochpolitische sachverhalte, die lediglich unter diesen generalsimen subsumiert werden. Und je mehr unsachliche und unnötige (weil inhaltlich gehaltlose) angriffe passieren, desto heißer werden die emotionen hochkochen… das ist an sich bedauerlich, aber leider eine tatsache, die auch gar nicht schwer zu erkennen ist, und ich denke mal, dass der papst genügend übung auf dem politischen parkett hat, um das zu wissen.
Ich kann die Titelgeschichte der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe sehr empfehlen.
Werner Berghofer.