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12. Sep 2006

Rote Parteispendenaffäre?

Nein, es ist natürlich nicht strafbar, dass der Spekulant Wolfgang Flöttl den honorigen Altkanzler Franz Vranitzky im Jahr 1999 damit beauftragt, ihn „über die Einführung des Euro“ zu beraten. Aber verwunderlich ist es schon, wieso der ehemalige Chef der Sozialdemokratie nichts Besseres zu tun hat, als einen – damals bereits als Pleitier bekannten Spekulanten – „als Privatmann“ für ein „paar zehntausend Euro“ zu beraten. Gabs keine billigeren Berater? Wieso musste es der Altkanzler sein? Der Deal riecht nach Seilschaft, nach Freunderlwirtschaft auf höchster Ebene. Er ist – mit dem heutigen Wissen um die Bawag – politisch peinlich. Und es wäre eine Recherche wert, wen der Altkanzler, der stets auch ein geschäftsüchtiger Mann war, sonst noch so „berät“ und vor allem: wieso seine Informationen so wertvoll sind.

Kategorien: Schnelle Glossen
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