Verlassen in Guantánamo
Der Bremer Murat Kurnaz sitzt seit vier Jahren ohne Anklage im US-Lager auf Kuba. Auch hier stellt sich die Frage: Was wusste die Bundesregierung?
(mit Ulrich Ladurner für DIE ZEIT)
Rai Wind, Pakistan/Bremen Zwei Straßen, eine Eisenbahnlinie, reihenweise traurige Häuser und dazwischen Menschen, die geplagt werden von Lärm, Staub und dem Gestank aus offenen Kloaken. Das ist die Kleinstadt Rai Wind in Pakistan. Im Oktober 2001 kam hier der damals 19-jährige Bremer Murat Kurnaz an. Er zwängte sich durch eine enge Gasse, die von Menschen wimmelte und zu beiden Seiten von aufdringlichen Händlern gesäumt war. Kurnaz bemerkte viele Gleichgesinnte. Er erkannte sie daran, dass sie auf dem Rücken eine Schlafsacktasche trugen. Sie alle hatten das Zentrum der Dschama’at al-Tabliq zum Ziel, das Zentrum einer islamischen Missionsbewegung. Sie sollten in dem weitläufigen Gebäudekomplex Tage verbringen, Wochen, manchmal Monate.Auf dem Bahnhof von Rai Wind kam im Herbst 2001 Murat Kurnaz an. Kurz darauf wurde er verhaftetFoto: Ulrich Ladurner BILD
Als sich Murat Kurnaz dem unscheinbaren Eingang näherte,


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