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Archiv für September 2005
14. Sep 2005

Der “Linzer Spazierhof”

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Noch ein Foto aus dem Linzer “Vorzeigegefängnis”. Bis zu sechs Monate dürfen Schubhäftlinge in Linz sitzen. Einmal am Tag dürfen sie eine Stunde an die frische Luft zum “Spaziergang im Freien”. Der Auslauf findet am Dach der Anstalt statt. Der “Spazierhof” sieht so aus. Auf einer Tür steht “Negar raus”. Das Internationale Komitee zur Bekämpfung von Folter und unmenschlicher Behandlung war auch hier und zeigte sich entsetzt. Der kürzlich erschienene Bericht der Anti-Folter-Experten rügt auch brutale Polizeiverhöre und die unzumutbaren Haftbedingungen für Jugendliche

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14. Sep 2005

Eine “Vorzeigeanstalt”?

grenze9.jpgDie Linzer Schubhaft gilt laut Innenminsterium als “Vorzeigeanstalt”. Ich durfte mal rein. So sehen die Zellen aus, in denen bis zu sechs Personen wochenlang leben. Hier wurde die Toilette durch einen Vorhang geschützt. In anderen Zellen sehen sich die Schubhäftlinge (die bekanntlich keine Strafgefangenen sind) beim Verrichten der Geschäfte zu. Es stinkt erbärmlich.

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14. Sep 2005

Um Gottes Willen

2005_31[1].jpg Um Sympathien für den Terror zu bekämpfen, braucht es moderne Muslime, die fortschrittlichen Islam predigen. Wo gibt es die? Zum Beispiel in einer Moschee in der Leopoldstadt, in der Wiens Moslems wöchentlich Standpauken gehalten werden. Eine mit Kollegin Weissensteiner unternommene Spurensuche in Wien ist hier dokumentiert. Das Titelbild stammt von Veronika Hofinger.

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14. Sep 2005

Postfuchs & Chinese

Der ORF vermeldet, dass Niki Lauda eine Sonderbriefmarke bekommt. Schön für ihn. Der Dalai Lama kriegt keine Sondermarke, weil die chinesische Botschaft erfolgreich bei der österreichischen Post interveniert hat. Das sagt zumindest die österreichische Außenministerin in dieser parlamentarischen Anfragebeantwortung. Brrrrrr.

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12. Sep 2005

Ceaucescus Tänzerin

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Erntedankfest am Heldenplatz. Der Kanzler sitzt vorn am Blumenwagen und winkt den Bauern zu. Sie reichen ihm Speck aus dem Gailtal. So schön kann Demokratie sein. Ioana aus Rumänien, zu Gast in Wien, sieht die Szene und auf einmal erzählt sie ihre Geschichte. Vor der Revolution, da war sie die schönste Prima Ballerina des rumänischen Staatskinderballetts. Sie probte mit vielen anderen Eleven den großen Auftritt im großen Stadium für den Großen Vorsitzenden. Nächste Woche, hieß es, werde er kommen, um den Eleven zu applaudieren. Doch Ceaucescu kam nicht. “Er wird nächste Woche kommen, probt weiter!”, befahlen die Kader. Und wieder kam er nicht. Vier Jahre lang ging das so. Vier Jahre probten die Ballerinas den Auftritt für ihn. So war meine Kindheit in Rumänien, sagt Ioana. Und die Bauern am Heldenplatz spielen derweil Marschmusik.

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12. Sep 2005

Drei Präsidenten

images.jpgIm Zug nach Graz schöne Geschichte über die schwindende Bodenhaftung von Politikern belauscht: Zwei Arbeiter aus Mürzzuschlag, Sitz der Präsidentenvilla, unterhalten sich über Österreichs Präsidenten und erzählen. Erster Arbeiter: “Der Kirchschläger, der war ein feiner Kampel. Der ist herkommen auf Urlaub und hat sich mit den Leuten fotografieren lassen. Is a Frau komman. Hat gsagt, Herr Präsident, ich hab so schlechte Zähne! Hat der Kirchschläger gesagt: Machen Sie es wie ich, sprechen sie mit geschlossenem Mund. Da haben beide gelacht.” Zweiter Arbeiter: “Dann ist aber der Waldheim kommen. Der hat nichts mehr geredet. Aber er war viel da. Und dann der Klestil. Den haben sie mit dem Hubschrauber und mit Bodyguards hergeflogen. Fotografieren hat sich der nicht mehr lassen.” Erster Arbeiter: “Nein, nicht mehr.”

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11. Sep 2005

Frauenhandel in Wien: Ed Fagan outet sich

NZZ Redakteure greifen die Frauenhandel-Geschichte auf und nennen Namen . Hier das Neueste. US-Anwalt Ed Fagan dementiert. Ihm wurden “seines Wissens nach” nie Minderjährige ins Hotel geliefert. Sagt er dem profil. Was er nicht weiß, macht die Justiz nicht heiß. Die rote Frauensprecherin ist böse auf so eine Justiz und schreibt das.

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11. Sep 2005

Frauenhandel in Wien: das Parlament outet einen Mitarbeiter

Die Callgirlaffäre erreicht das Parlament. Der Sprecher von Andreas Khol outet sich. Er habe die Mädchenhändler nur “zur Recherche” kontaktiert. Telefonprotokolle lassen Zweifel an dieser Version aufkommen. Im Falter schreibe ich dazu das hier veröffentlicht.

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11. Sep 2005

Frauenhandel: die Justiz wacht auf

Im Falter weitere Abhörprotokolle eines noblen Wiener Escortservice im O-Ton. Wie sich Mädchenhändler, Lieferanten, Opfer und ihre vornehme Kundschaft am Telefon unterhalten – und wie die Justiz betuchte Freier schonte, obwohl sie ausdrücklich minderjährige Mädchen bestellten.

11. Sep 2005

Frauenhandel in Wien: was die Wiener Presse schreibt

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Doyen Andreas Unterberger, jetzt Chefredakteur der Wiener Zeitung, liest auch in den Lauschprotokollen und ärgert sich über die Enthüllungen zu den Mädchenhändlern. Dafür mischt ihn GünterTraxler in den Blattsalat. Kollegin Knecht fühlt sich unwohl im Wiener Schweinestall und schreibt das.